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Seyfarth fast wieder der Alte

Quelle: NTB

Beim Heimerfolg der Burgenländer gegen Plauen knüpft der Linkshänder an frühere Glanzzeiten an. Nur die Schlussphase sorgt beim HCB für etwas Unmut.

Nach einem Sieg mit zehn Toren Unterschied dürfte es eigentlich nicht viel zu meckern geben. Der 39:29-Erfolg der Oberliga-Männer des HC Burgenland gegen den Aufsteiger aus Plauen war auch mehr als verdient und über weite Strecken mit spektakulärem Tempo-Handball herausgespielt. Einzig die Schlussphase gefiel den – ansonsten begeisterten – Zuschauern in der Sporthalle Seminarstraße am Sonnabendabend nicht so recht. Da verzettelten sich die Gastgeber zu sehr in Einzelaktionen, sodass sie den Sachsen vier Treffer in Folge erlaubten und minutenlang selbst nicht mehr erfolgreich waren. Auch die 40-Tore-Marke – für die traditionell ein Kasten Bier fällig geworden wäre – wurde nicht mehr geknackt. „Eigentlich hätten es mindestens 45 Tore werden müssen, aber wir haben uns da zu viele technische Fehler geleistet“, monierte auch HCB-Trainerin Ines Seidler. Geiz, weil man sich als potenzieller Schütze die zehn Euro für die Extra-Ration Gerstensaft sparen wollte, sei nicht im Spiel gewesen, beteuerte Seidler.

Nachdem sie schwer ihren Rhythmus gefunden hatten, zogen die Hausherren Mitte der ersten Halbzeit auf und davon. Schon zur Pause, als sie bereits mit sieben Toren vorn lagen, war die Partie praktisch entschieden. Zu sehr hatten die Burgenländer die auf Tabellenrang neun liegende Mannschaft aus der Spitzenstadt im Griff.

Einer, der sich besonders in den Mittelpunkt spielte, war jemand, der früher bei den Burgenländern fast ausschließlich im Mittelpunkt stand: Tobias Seyfarth. Nach mehreren Verletzungen, die Formkrisen nach sich zogen, scheint der Linkshänder nun langsam wieder an einstige Glanzzeiten anknüpfen zu können. Hatte er in der ersten Halbzeit noch Pech im Abschluss (mit drei Pfostenwürfen), so platzte in der 33. Minute bei Seyfarth mit seinem Treffer zum 19:13 der Knoten. Davon euphorisiert, machte „Stupsi“ gleich einen Hattrick daraus, also ohne Plauener Gegentore in dieser Zeit. Später ließ er zwei weitere Treffer folgen. „Es gab sicher kaum jemanden in der Halle, der ihm diese Erfolgserlebnisse nicht gegönnt hat“, freute sich auch Ines Seidler. Schon am Mittwoch im Training – auch da lief es zuletzt nicht besonders – habe sie erkannt: „Jetzt ist er wieder da!“

Weitere Garanten für den klaren Heimsieg, mit dem der HCB den fünften Tabellenplatz zementierte, waren ein starker Torhüter Thomas Drese, eine über weite Strecken der Partie sehr kompakte Abwehr sowie die treffsicheren Tobias Ufer (mit sehenswerten Würfen von Rechtsaußen), Jan Schindler, der wie Ufer acht Mal erfolgreich war, und Ants Benecke (sieben Tore).

HCB: Thomas Drese (21 Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter), Lang Kevin (ein gehaltener Siebenmeter); Hendrik Hein 4, Kenny Dober 4/1, Ants Benecke 7, Tobias Seyfarth 5, Florian Spitz, Marcus Deibicht 1, Jan Schindler 8, Tobias Ufer 8, Max Najmann 2 (kein Einsatz: Sebastian Fende).

Am kommenden Sonnabend reist der HCB zum Aufsteiger nach Calbe.