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Alles reine Nervensache

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8. Spieltag : BSV Fichte Erdeborn – HC Burgenland II 20:21(8:3)

Um ihre doch arg gelichteten Reihen zu füllen, borgte sich die „Zweite“ in der Partie beim BSV Fichte Erdeborn Abwehrspezialist Jochen Gotter(5. Männer) und Linksaußen David Reichert(3. Männer) aus. Willkommene Verstärkungen für das Verbandsligateam in diesem Spiel. Dazu stellte sich Coach Dima Radkevitch kurzerhand selber auf. Auch Kevin Lang als 2. Torhüter war wieder mit dabei.
Schon vor dem Anpfiff gab es die erste schlechte Nachricht. Der schon angeschlagen angereiste Spielmacher Max Fuchs meldete sich nach der Erwärmung ab und bat zumindest um vorläufige Schonung, da er Schmerzen hatte. Das bedeutete natürlich eine große Schwächung für die Burgenländer, die sich nun neu ausrichten mussten. Was dann in den 60 Minuten folgte ist nur schwer in Worte zu fassen und wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben.
Die Gastgeber erwischten den besseren Start. Nach der schnellen 2:0 Führung kam eine längere Torflaute. Der HCB erzielte seinen ersten Treffer durch Sebastian Enke gar erst in der 10. Minute zum 3:1. Und das verdeutlichte das größte Problem des Tabellen 2. im 1. Durchgang. Dem Angriff fehlte es an jeglicher Durchschlagskraft, Präzision und Tempo. Mit dem Spielgerät und ohne Haftmittel kamen sie überhaupt nicht klar was aber nur zum Teil als Erklärung herhalten darf. Es konnten trotzdem klare Chancen heraus gespielt werden, doch man scheiterte zu oft. So blieb die Abwehr der einzige Lichtblick in dieser trostlosen Partie. Nach der Umstellung auf eine 6-0 Formation fanden die BSV Angreifer nur noch selten Lücken und so blieb auch ihre Trefferausbeute gering. Über ein 5:1 nach 20 Minuten schleppte sich die Begegnung so hin. Das Signal zur Halbzeit war eine Erlösung und verschaffte allen Beteiligten die dringend notwendige Pause. Ein Blick auf die Anzeigetafel(8:3!!!) verriet die schreckliche, kaum zu glaubende Realität. Dima‘s Männern waren ganze 3 Tore gelungen.
Doch sie wollten sich nicht aufgeben und weiter alles versuchen. Irgendwann musste es ja klappen. Noch war nichts verloren und das motivierte alle. Max Fuchs erklärte sich nun trotz seiner Probleme bereit. Auch er wollte helfen und ging dabei ein hohes persönliches Risiko ein. Der Umschwung ließ aber auf sich warten. Erdeborn baute die Führung weiter aus und lag beim 11:4 schon mit 7 Toren vorn. Diesen Vorsprung konnten sie bis zur 40. Minute beim 13:6 halten. Dann begann das kaum noch zu glaubende Comeback des HC Burgenland. Die Grundlage dafür legten sie in der Abwehr wo Jochen Gotter(34), leidenschaftlich und lautstark wie immer, den Laden zusammenhielt. Was dennoch durchkam wurde von Tristan Enke abgewehrt. Nach einem Tempogegenstoß, erfolgreich abgeschlossen von Captain Jan Sträletzky waren sie auf 13:11 heran. Sie glaubten nun wieder an ihre Chance, die Partie zu kippen. Der jetzt nur noch knappe Vorsprung wurde in den folgenden Minuten von den Gastgebern zäh verteidigt. So lagen sie in der 50. Minute beim Stand von 15:14 weiter vorn. Kurz darauf konnte der BSV die wenigen Fehler der HCB Defensive nutzen. Das 18:15 nach 54 Minuten schien die Aufholjagd der Burgenländer endgültig beendet zu haben. Doch Dima’s Männer können kämpfen und das zeigten sie. Kompakt und aggressiv in der Deckung holten sie sich die Bälle. Im Angriff wurde geradlinig, direkt und vor allem einfach agiert. Sie verfielen nicht in Hektik und verloren in der aufgeheizten Stimmung nicht die Nerven. So kam man immer wieder in gute Wurfpositionen und endlich wurden die Chancen auch verwertet. Nach Toren von Theo Plitz und dem stark spielenden Max Fuchs konnte in der 58. Minute erstmals zum 19:19 ausgeglichen erzielt werden. Den Gastgebern gelang es noch einmal vorzulegen. Stephan Meyer, noch mit einigen Fahrkarten im 1. Durchgang, war nun treffsicher und markierte nach Pass von Christian Haufe den erneuten Ausgleich. Die letzte Minute begann und sofort wurden Erinnerungen an die Partien gegen Jessen und Schkopau wach. Doch während alle nicht unmittelbar Beteiligten von einer kaum zu ertragenden Anspannung erfasst wurden, blieben die Männer auf der Platte scheinbar cool. Sie konnten den Erdeborner Angriff abwehren und das heute so verhasste Spielgerät erbeuten. Noch 30 Sekunden waren auf der Uhr, als sich die Gäste in ihrer Auszeit noch Mal einschworen, um mit der letzten Attacke den kaum mehr für möglich gehaltenen Sieg holen zu können. Man wollte über den Rückraum den Abschluss suchen, doch der Wurf wird geblockt. Es ist ausgerechnet der „Coach“, der den abprallenden Ball sichern kann. Sein weites Zuspiel auf Rechtsaußen Theo Plitz. Der wird beim Torwurf gefoult, 7-Meter Entscheidung der Schiedsrichter und nur noch 5 Sekunden auf der Uhr. Die Nummer 8 des HCB tritt furchtlos selber an und verwandelt eiskalt zum stürmisch umjubelten Siegtreffer von 20:21. Nicht unbedingt schön, aber mit viel Moral, Einsatz und dem nötigen Glück auch verdient. Damit gelang den Burgenländer der 4. Sieg in Folge und zum dritten Mal ein Erfolg in buchstäblich letzter Sekunde.

Für den HCB spielten:
Tristan Enke, Kevin Lang;
Jan Sträletzky(1), Christian Haufe(2), Max Fuchs(3), Sebastian Enke(1), Stephan Meyer(6), Oliver Meyer, David Reichert(1), Theo Plitz(7/4), Jochen Gotter, Dima Radkevitch