1. Männer

Auftakt-Gala macht Appetit auf mehr!

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Naumburg – So kann es weitergehen in dieser Saison, werden sich die Fans des HC Burgenland gedacht haben, als sie am Sonnabendabend nach dem souveränen 35:29-Erfolg im „Euroville“ gegen den Vorjahresvierten ESV Lok Pirna ihrem Team stehend applaudierten. Mit einer Gala-Vorstellung, besonders in der zweiten Halbzeit, haben die Schützlinge von Ines Seidler jedenfalls Appetit auf mehr gemacht. Vor allem das neue starke Torhüter-Duo der Burgenländer verstärkt die Hoffnung, dass es in diesem Spieljahr etwas werden könnte mit einem Platz auf dem „Treppchen“. Der 43-jährige tschechische Routinier Michal Galia erwies sich über weite Strecken der Partie als schier unüberwindbar. Aber auch sein 20 Jahre jüngeres Pendant zwischen den Pfosten des HCB-Tores, Philipp Zimmer, stand in nichts nach, fügte sich nach seiner Einwechslung in der 44. Minute gleich mit einer Parade ein. Wenig später machte er in Folge zwei hundertprozentige Chancen der Sachsen zunichte, und die folgenden Konter – auch nach perfekten Abwürfen Zimmers – verwandelte der ebenfalls eingewechselte Rechtsaußen Benedikt Schmidt jeweils sehenswert. Nur ein Beispiel dafür, dass an diesem ersten Spieltag in der Mitteldeutschen Oberliga beim Gastgeber so ziemlich alles passte: der sogenannte zweite Anzug ebenso wie die erste Reihe. Diese präsentierte sich beweglich in der Abwehr und variantenreich in der Offensive. Der zweifache Oberliga-Torschützenkönig Kenny Dober, vor dem Anwurf geehrt, startete mal eben mit tollen elf Treffern in die Saison. Der starke Max Weber, der – so Trainerin Seidler – sein bisher bestes Spiel im Trikot der Burgenländer absolviert hat, war acht Mal erfolgreich, und Jan Schindler überzeugte mit sechs Toren. Der HCB war seinen Gästen in allen Belangen überlegen.

Zu Beginn noch etwas nervös und mit viel Pech im Abschluss (Pirna führte nach knapp acht Minuten mit 4:1), fingen sich die Hausherren alsbald, und nach einem von Galia gehaltenen Siebenmeter traf Schindler zum erstmaligen Ausgleich (5:5) ins leere Gästetor. Zu diesem Zeitpunkt saß Dober eine Zwei-Minuten-Strafe ab, und die Pirnaer hatten einen zusätzlichen Feldspieler gebracht. So war ihr Kasten verwaist, als Schindler den Angriff der Gäste abfing und locker vollenden konnte. Der HCB verzichtete auf dieses taktische Mittel – und fuhr gut damit. Auch in Unterzahl war er stark genug, eigene Torerfolge zu kreieren. Schon zur Pause lagen die Einheimischen mit 15:12 vorn. Kurios die letzte Szene vor der Halbzeit-Sirene: Teufelskerl Galia parierte innerhalb weniger Sekunden gleich drei Würfe des Lok-Teams, ehe der Ball quasi mit dem „Gong“ dann doch den Weg ins Netz fand.

Endgültig auf die Siegerstraße gerieten die Burgenländer, als sie nach Wiederbeginn – sonst oft ihre schwächste Phase im Spiel – mit fünf Treffern nacheinander auf 20:13 davonzogen. Der abwehrstarke Maximilian Fuchs, bei seinen Auftritten in der Offensive ebenso effektiv, markierte diesen Zwischenstand, der die Vorentscheidung bedeutete. Nun klappte bei den Gastgebern einfach alles, und das Endergebnis täuscht sogar etwas über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. Nach dem 35:26 durch Ants Benecke ließ der HCB die Zügel etwas schleifen; Pirna kam noch zu drei leichten Toren.

 

HC Burgenland – ESV Lok Pirna 35:29 (15:12). HCB: Michal Galia, Philipp Zimmer; Kenny Dober 11/4, Ants Benecke 3, Jan Schindler 6, Christian Haufe, Max Weber 8, Tobias Ufer 3, Maximilian Fuchs 2, Benedikt Schmidt 2; ohne Einsatz: Damir Hodo, Stephan Meyer, Peter Kerkapoly.

Spielfilm: 1:3 (5.), 3:4 (10.), 5:5 (15.), 9:7 (20.), 13:9 (25.), 19:13 (35.), 23:17 (40.), 28:19 (45.), 30:22 (50.), 34:25 (55. Minute); Siebenmeter: HCB 4/4, Pirna 2/1; Zeitstrafen: HCB 7, Pirna 4.

 

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/24690332 ©2016