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Blitz-„Transfer“ Rasmussen!

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VON TORSTEN KÜHL

Oberligist HC Burgenland reagiert auf seine Personalsorgen, holt einen dänischen Keeper und verliert trotzdem knapp bei Aufsteiger HSG Werratal.

BREITUNGEN.

„Er hatte zuvor vier Jahre nicht im Handballtor gestanden, nur zweimal mit uns trainieren können, wurde am Sonnabend ins kalte Wasser geworfen und hat seine Sache sehr gut gemacht.“ Ines Seidler, Trainerin der Oberliga-Männer des HC Burgenland, lobte ihren neuen Keeper Stig-Top Rasmussen für seine zwölf Paraden und dafür, dass er ein absoluter Rückhalt gewesen sei. Der 41-jährige Däne, den die Burgenländer in der vergangenen Woche reaktiviert hatten, konnte aber die 34:35-Niederlage seines neuen Teams bei Aufsteiger HSG Werratal nicht verhindern. Nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge ist der HCB ins Mittelfeld der Tabelle der vierthöchsten deutschen Spielklasse abgerutscht (siehe „Zahlenspiegel“).

Der Blitz-„Transfer“ des Dänen (seine Spielgenehmigung traf erst am Freitag in Naumburg ein) war notwendig geworden, weil Torwart Stephan Harseim sicher noch bis Ende Februar verletzungsbedingt ausfallen wird und Thomas Drese, Stammkeeper der Burgenländer, für das Auswärtsspiel gegen den Neuling wegen einer privaten Verpflichtung absagen musste. „Davon hatte ich eine Woche zuvor nach unserer Niederlage bei den GoGo Hornets erfahren und mich sofort ans Telefon gehängt. Aber es ist natürlich ganz schwierig, mitten in der Saison Ersatz auf dieser Position zu bekommen“, berichtet die HCB-Trainerin.

Doch ihre guten Kontakte nach Köthen, wo Rasmussen früher aktiv war und noch immer lebt, haben gefruchtet. „Ich kenne Stig-Top seit Jahren, auf ihn kann man sich total verlassen. Obwohl er Familienvater ist und drei Kinder hat, wird er uns – trotz der weiten Anreise – unter der Woche zweimal im Training zur Verfügung stehen“, freut sich Ines Seidler. Am Dienstag wolle man sich mit Rasmussen zusammensetzen und klären, wie lange er den Burgenländern während ihrer Personalmisere noch helfen kann.

Zum Spiel gegen die Werrataler, das im Sportzentrum Breitungen ausgetragen wurde: Über die gesamten 60 Minuten war es ein sehr ausgeglichenes Match. Zunächst führten die Gastgeber, ehe der HCB den Spieß zum 14:16 umdrehte. „Einige Unkonzentriertheiten unseres Teams haben dann jedoch dafür gesorgt, dass die Werrataler mit einem Ein-Tore-Vorsprung in die Pause gehen konnten“, so Seidler.

Die HSG blieb bis zum 21:19 vorn, aber wieder wendeten die Gäste das Blatt. Dass es am Ende für sie dennoch nicht reichte, schob die Trainerin vor allem auf die Deckungsarbeit. Hier hätten sich die verletzungsbedingten Ausfälle von Marcel Kilz und Marcus Deibicht besonders negativ bemerkbar gemacht. Ines Seidler hatte sich auch deshalb für eine etwas offensivere Abwehr mit Frauentrainer Steffen Baumgart, der 40 Minuten lang aushalf, entschieden. Aber weil der angeschlagene Hendrik Hein nur eine Halbzeit mitwirken konnte und „Jan Schindler im Angriff unglücklich, hinten jedoch schlecht gespielt“ habe, sei es mit dem erhofften und auch möglichen Punktgewinn nichts geworden. „Gekämpft haben aber alle bis zum Schluss, da kann man ihnen nichts vorwerfen“, so die HCB-Trainerin. „Gut gefallen haben mir unsere rechte Seite mit Tobias Seyfarth und Tobias Ufer sowie Ants Benecke auf der Linksaußen-Position.“ Kenny Dober, Top-Torjäger der Mitteldeutschen Oberliga, verwandelte alle sieben Strafwürfe der Gäste und kam insgesamt auf 14 Treffer.

Am kommenden Sonnabend, 24. Januar, 19 Uhr, empfangen die HCB-Männer im „Euroville“ Rot-Weiß Staßfurt.

HSG Werratal – HC Burgenland 35:34 (17:16). HCB: Stig Top Rasmussen; Hendrik Hein, Kenny Dober 14/7, Ants Benecke 5, Tobias Seyfarth 4, Florian Spitz, Jan Schindler 6, Christian Haufe, Tobias Ufer 5, Steffen Baumgart, Max Najmann; kein Einsatz: Kevin Lang.

Spielfilm: 2:1 (5.), 6:3 (10.), 8:7 (15.), 10:11 (20.), 13:14 (25.), 19:19 (35.), 23:22 (40.), 27:25 (45.), 29:28 (50.), 33:31 (55. Minute).

Siebenmeter: Werratal 4/4, HCB 7/7; Zeitstrafen: Werratal 5, HCB 6

Quelle:

www.naumburger-tageblatt.de