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Dober führt den HCB zu Pflichtsieg!

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VON TORSTEN KÜHL

Die Burgenländer gewinnen das Nachbarschaftsderby der Mitteldeutschen Oberliga gegen Aufsteiger Spergau mit 37:32.

Naumburg/Was ihnen zum Saisonauftakt im Duell mit der HSG Werratal (35:35) nicht gelungen war – nämlich gegen einen Aufsteiger in eigener Halle einen Pflichtsieg einzufahren -, haben die Handballmänner des HC Burgenland nun am Sonnabend geschafft: Im „Euroville“ bezwangen sie Neuling SG Spergau verdient mit 37:32. Diesem zweiten Doppelpunktgewinn in Folge war jedoch ein hartes Stück Arbeit vorausgegangen.

Die Spergauer, die auf ihren slowakischen 1,97-Meter-Recken Daniel Orlovsky und Kreisläufer Stephan Fichtner (beide verletzt) verzichten mussten, gingen zu Beginn zweimal in Führung und gestalteten den Verlauf der ersten Halbzeit über weite Strecken ausgeglichen. Vor allem Max Weber tat sich mit kompromisslosen Aktionen und fünf Torerfolgen bis zur Pause hervor. Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Burgenländer war Kenny Dober, der mit tollen Anspielen und auch als Vollstrecker (sechs Treffer allein vor dem Seitenwechsel) glänzte. Als Jan Schindler, der ebenfalls weiter ansteigende Form nachwies, zum 15:11 erfolgreich war, lagen die Gastgeber erstmals mit vier Toren vorn.

Fünf Minuten vor der Pause hatte auch der Ex-Spergauer Steven Wrobel seinen Auftritt gegen die früheren Teamkollegen – zwar einen relativ kurzen, der aber viel von dem beinhaltete, was den Handballsport ausmacht. Freud und Leid liegen hier oft dicht beieinander, so auch bei dem 25-jährigen Neuzugang des HCB: Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung verwertete er einen Abpraller zum 19:15, und sein Jubel war kaum verklungen, da brummten ihm die Referees eine Zwei-Minuten-Strafe auf. Weil kurz zuvor Ants Benecke das gleiche Schicksal ereilt hatte, standen die Hausherren plötzlich nur noch zu viert auf der Platte. Aber diese kritische Phase überstanden sie mit Bravour; Tobias Ufer erzielte in dieser doppelten Unterzahl sogar ein Tor, so dass der Vorsprung in etwa konstant blieb (zur Halbzeit 21:18).

Nach Wiederbeginn gönnte HCB-Trainerin Ines Seidler dem starken Dober eine Verschnaufpause und brachte für ihn Tobias Seyfarth auf der halbrechten Rückraumposition. Doch nun häuften sich bei den Burgenländern die Fehlwürfe, Spergau kam heran und glich aus. Beim Stand von 24:24 durfte Dober wieder ran. Jetzt starteten die Gastgeber eine Serie von vier Treffern (Schindler, Max Najmann, Hendrik Hein und Dober). Das war eine kleine Vorentscheidung, zumal wenig später der bullige Tscheche in Diensten der Gäste, Tomas Jablonka, wegen eines rüden Fouls an Schindler glatt Rot sah. Die Burgenländer, bei denen Florian Spitz und Ants Benecke den verletzten Marcel Kilz abwechselnd als Spielmacher ordentlich vertraten, spielten die restliche Zeit einigermaßen routiniert herunter.

„Nach den zwei spielfreien Wochenenden und dem dadurch fehlenden Rhythmus waren für uns einzig diese beiden Punkte wichtig“, sagte Ines Seidler nach dem Spiel. „Schließlich wartet nun ein hammerhartes Programm auf uns.“ Die HCB-Trainerin meint damit die drei Auswärtsspiele in Folge gegen Teams aus der Spitzengruppe: am kommenden Sonnabend in Halle, dann am Sonntag, 2. November, in Aschersleben sowie am 8. November beim TuS Radis.

HC Burgenland – SG Spergau 37:32 (21:18). HCB: Thomas Drese, Stephan Harseim, Hendrik Hein 4, Kenny Dober 9/2, Ants Benecke 3, Tobias Seyfarth 2/1, Florian Spitz 1, Marcus Deibicht 1, Jan Schindler 9, Steven Wrobel 1, Tobias Ufer 3, Max Najmann 4.

kein Einsatz: Christian Haufe, Marcel Kilz.

Spielfilm: 2:2 (5. Minute), 6:6 (10.), 9:8 (15.), 15:11 (20.), 18:14 (25.) 23:22 (35.), 25:24 (40.), 28:26 (45.), 30:28 (50.), 33:30 (55.).

Mit dem Sieg gegen die Spergauer ist den Burgenländern auch so etwas wie eine kleine Revanche gelungen. 2009, als sie noch unter HSV Naumburg-Stößen „firmierten“, hatte ihnen das SGS-Team in der Sachsen-Anhalt-Liga auf der Zielgeraden noch den sicher geglaubten Landesmeistertitel weggeschnappt. Die Spergauer verzichteten damals jedoch auf den Aufstieg in die 3. Liga, und dafür rückte der HSV nach. In diesem Jahr profitierten nun die Spergauer vom Verzicht von Sachsen-Anhalt-Meister Langenweddingen; sie stiegen als Zweitplatzierter in die Mitteldeutsche Oberliga auf. In der Tabelle liegen die Burgenländer nun mit 6:2 Punkten gleichauf mit Radis auf dem sechsten Rang. Beide Teams haben jedoch durch die Spielverlegung ihres Duells eine Partie weniger absolviert.

Quellen:

Text – www.naumburger-tageblatt.de

Bild – Torsten Biel(Archiv)