1. Männer

Dreiminütiges Tief verhindert Chance auf Überraschung

Quelle: NTB

HANDBALL Die Oberliga-Männer des HC Burgenland unterliegen dem Tabellenführer aus Halle. Schindler ist bester Werfer.

VON TORSTEN KÜHL

NAUMBURG – Eine unnötige Niederlage war es nicht, die die Handballmänner des HC Burgenland da am Sonnabend mit 27:32 gegen Oberliga-Tabellenführer Einheit Halle kassierten, aber zumindest ein Remis war für die Gastgeber in der Naumburger Seminarstraße durchaus möglich. Wenn, ja wenn da nicht diese drei Minuten Mitte der zweiten Halbzeit gewesen wären, die das greifbare Erfolgserlebnis in weite Ferne gerieten ließen.

Linksaußen Max Najmann verkürzte zum 22:23, ließ aber gleich anschließend die hundertprozentige Konterchance zum Ausgleich liegen. Die Gäste erhielten eine Zweiminutenstrafe; zudem gab es wegen Meckerns Gelb für die Einheit-Bank. Obwohl nun zahlenmäßig im Vorteil, nahm das Unheil für die Burgenländer seinen Lauf: Marcel Kilz traf nur die Querlatte, und in Unterzahl kassierten die Gastgeber zwei Gegentore, ohne selbst erfolgreich zu sein. Just in dem Moment, als die Hallenser wieder komplett wurden, trafen sie ein drittes Mal zum 22:26. Das war die Vorentscheidung. Die restliche Zeit spielte der Spitzenreiter routiniert herunter.

Knackpunkt in dieser Partie war auch aus Sicht der HCB-Trainerin die Chancenverwertung. “Wenn du drei Siebenmeter sowie in der ersten Halbzeit sechs und in der zweiten drei hundertprozentige Tormöglichkeiten vergibst, kannst du natürlich nicht gewinnen”, meinte Ines Seidler. Auch hätte ihr Team eine seiner absoluten Stärken vermissen lassen: die mannschaftliche Geschlossenheit. Dabei war es gar nicht so schlecht angelaufen. Zwar verpasste Kenny Dober von der Siebenmeterlinie gleich die Chance zum 1:0, aber der ehemalige Saaletaler nahm sich später mutig auch den zweiten Strafwurf und verwandelte. Und Jan Schindler ließ sich vom ersten Fehlversuch ebenfalls nicht entmutigen und traf in der Folgezeit als einziger HCB-Akteur regelmäßig und zum Teil spektakulär, insgesamt acht Mal. Die Einheimischen blieben dran, kamen aber nur einmal in der ersten Halbzeit (4:4) zum Ausgleich und gingen nie in Führung.

Sie kassierten auch zu viele leichte Gegentreffer aus dem zentralen Rückraum der Gäste. Mit einem schnell ausgeführten Freiwurf kurz vor der Pausensirene bauten die Hallenser ihren Vorsprung auf drei Tore aus.

Nach Wiederbeginn schien sich das Blatt zu wenden. Die HCB-Abwehr agierte mit dem vorgezogenen Marcus Deibicht etwas offensiver und wurde dadurch stabiler. Florian Hempel stand nun für den glücklosen Thomas Drese zwischen den Pfosten und zeigte einige Paraden mehr. Und Tobias Seyfarth traf bei seinem Comeback nach Fingerbruch drei Mal. Doch das Zwischenhoch, das im zweiten Gleichstand in dieser Begegnung (20:20) gipfelte, wurde durch das spielentscheidende Tief mit den drei schwachen Minuten abgelöst.

Nun müsse man, so die Trainerin des bisherigen Tabellenzweiten, in Plauen und daheim gegen Calbe punkten, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.

[nggallery id=9]