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Ein Spitzenspiel auf Messers Schneide

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Quelle: NTB; Fotos: Sabine Hempel

HC Burgenland unterliegt Oebisfelde mit 30:31.

Vielleicht war es das Freiwurftor aus spitzem Winkel mit der Pausensirene, das der HSV unnötigerweise schlucken musste. Oder vielleicht war es die Fußspitze des Oebisfelder Torwarts, an der Tobias Seyfarth eine Minute vor Schluss nach einer schönen Einzelleistung scheiterte. Wahrscheinlich aber war es einfach die Summe vieler Kleinigkeiten, die dafür sorgte, dass am Ende eines sehr guten Handballspiels im Naumburger Euroville die Gäste des SV Oebisfelde jubelten. Mit 30:31 verlor da der HC Burgenland nach einer ordentlichen Leistung.

Schnell wurde an diesem Abend sichtbar, warum beide Teams an der Vierten sowie dritten Position der Mitteldeutschen Oberliga stehen. Die Gäste überzeugten mit ihrer starken Aufbaureihe und exzellenten Rückraumwerfern, allen voran der kaum zu stoppende Shooter mit der Nummer sechs, Christian Herrmann. Die Naumburger hingegen agierten variabler, spielten über die Außen, über den Kreis, gingen dahin, wo es weh tut und „zogen“ daraus eine Vielzahl von Strafwürfen. So lagen die Platzherren zwar über weite Strecken der Begegnung zurück, jedoch immer in Schlagweite.

Und so ging der HCB nach dem Seitenwechsel – als man die beste Phase des Spiels erwischte – durch die erste Aktion des eingewechselten und wiedergenesenen Tobias Seyfarth per Strafwurf auch mit 22:20 in Führung. Nun lag der Heimsieg in der Luft. Doch es war auch eine Phase, als eine Vielzahl an knappen Entscheidungen und abgeprallten Bällen zugunsten des HCB ausfielen. Was würde passieren, wenn sich dies änderte?

Und das tat es: Denn die ansonsten guten Schiedsrichter, die auch für den Spielausgang nicht verantwortlich zu machen sind, verteilten zwei höchst unglückliche Rote Karten für den HCB. Eine in der 45. Minute an Jan Schindler, als dieser nach einer harmlosen Hakelei mit seinem Gegenspieler die dritte Zeitstrafe kassierte. Und eine für Sebastian Fende für grobes Foulspiel. Eine berechtigte Rote, die jedoch Ants Benecke und nicht Fende hätte sehen müssen.

So ging es geschwächt in eine enge Schlussphase, in der der HCB auf seine nun gut parierenden Keeper bauen konnte. Doch es reichte nicht. Der ein oder andere technische Fehler; ein oder zwei frei vergebene Würfe waren es schlussendlich zu viel. Sechs Sekunden vor Ende hatte Benecke von außen noch den Ausgleich in der Hand. Doch er verwarf aus spitzem Winkel. „Klar sind wir niedergeschlagen. Doch wir haben toll gekämpft und den Zuschauern ein sehr gutes Spiel geboten“, meinte Trainerin Ines Seidler nach der Partie.

HCB mit:
Thomas Drese, Florian Hempel, Hendrik Hein 3, Kenny Dober 6, Ants Benecke 5, Tobias Seyfarth 4/4, Florian Spitz, Marcus Deibicht 2, Jan Schindler 5, Tobias Ufer 2, Marcel Kilz 3/2

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