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Erneut ein Herzschlag-Finale!

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VON TORSTEN KÜHL

Unfassbar, was die Burgenländer in ihren Oberliga-Heimspielen leisten. Gegen den Tabellenzweiten holen sie nach Sieben-Tore-Rückstand noch ein Remis.

NAUMBURG.

Im Umfeld des HC Burgenland mehren sich unter den Stammgästen die Stimmen, es reiche doch völlig aus, erst eine Viertelstunde vor Schluss zu den Heimspielen der Oberliga-Männer zu kommen. Schließlich zünden die Gastgeber erst dann immer den Turbo, sorgen für ein Riesenspektakel, drehen längst verloren geglaubte Partien noch oder holen zumindest einen ebenso nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt. Sicher, gegen Staßfurt (31:31 nach einem 26:31-Rückstand drei Minuten vor dem Ende) und gegen Radis (25:24-Erfolg nach Neun-Tore-Rückstand) stimmte dies über weite Strecken. Aber einerseits wäre HCB-Schatzmeister Klaus Löschigk nicht gerade froh, würde sich die Halle erst weit nach Kassenschluss füllen. Und andererseits täte man den Schützlingen von Trainerin Ines Seidler sicher auch Unrecht, würde man den Großteil ihrer Heimauftritte verschmähen.

Obwohl: Auch in ihrem jüngsten Heimspiel der Mitteldeutschen Oberliga haben sich die Burgenländer nicht lumpen lassen. Dieses Mal erkämpften sie nach einem Sieben-Tore-Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit (16:23, 17:24) noch eine – erneut nicht mehr für möglich gehaltene – Punkteteilung. Das 31:31 am Sonnabend in der Sporthalle Seminarstraße gegen den Tabellenzweiten USV Halle war bereits das siebente Remis des Seidler-Teams in dieser Saison. Und es war das Ergebnis einer weiteren dramatischen Schlussphase.

Seidlers Schachzug ist erfolgreich

Die Partie verläuft in der ersten Halbzeit lange ausgeglichen. Zwar steht die HCB-Abwehr nicht immer sicher; sie lässt zum Beispiel zu viele freie Würfe der Gäste vom Kreis zu. Aber bis zum 13:14 bleiben die Hausherren dran. Dann jedoch gelingen den Hallensern in der restlichen Zeit bis zur Pause vier Tore in Folge. Diese beruhigende Führung verteidigt der Tabellenzweite aus der Saalestadt relativ souverän. Auch, weil der USV in dieser Phase mit seinem guten Torwart Philipp Zimmer ein Plus auf dieser Position hat. Als die Hallenser besagten Sieben-Toren-Vorsprung herausgeworfen haben, scheint die Partie gelaufen zu sein. Aber wie schon gegen Staßfurt und Radis starten die Burgenländer eine furiose Aufholjagd.

Ines Seidlers taktischer Schachzug, die starken USV-Rückraumwerfer Maximilian Haase und Pierre Sogalla nun von Tobias Ufer beziehungsweise Ants Benecke, später auch von Max Najmann, in Manndeckung nehmen zu lassen, geht voll auf. Halles Angriffsmaschine kommt ins Stocken. Auf der Gegenseite findet der wurfgewaltige Jan Schindler seine Form und den Erfolg wieder, und so holt der HCB Tor um Tor auf.

Rasmussen hält den Punkt fest

Die Schlussphase ist wieder nervenaufreibend: Beim Stand von 29:31 scheitert Schindler am nun bei den Hallensern zwischen den Pfosten stehenden Helmut Feger. Der USV vergibt aber die Chance, auf drei Tore davonzuziehen, und Tobias Seyfarth verkürzt auf 30:31.

Wenig später hat der immer noch von einer Grippe geschwächte Kenny Dober die große Möglichkeit zum Ausgleich, aber er scheitert von der Siebenmeterlinie an Feger. Erneut schafft es Halle nicht, den folgenden Angriff erfolgreich zu gestalten, und im Gegenzug trifft HCB-Kapitän Marcel Kilz zum umjubelten 31:31. Nun erhält Tobias Ufer eine Zweiminutenstrafe; da sind noch 32 Sekunden zu spielen. Die Hallenser haben in Überzahl den Siegtreffer vor Augen, aber Stig Top Rasmussen pariert fünf Sekunden vor Schluss den Wurf des frei stehenden Kreisläufers Tobias Suchanke. Der dänische Keeper in Diensten der Burgenländer hat den Punkt festgehalten, die Halle steht Kopf.

„Ich bin total zufrieden mit diesem Resultat. Schließlich hatten wir keinen Geringeren als den Tabellenzweiten vor der Brust. Und wir waren wieder mal von allen Positionen erfolgreich“, freut sich HCB-Trainerin Seidler nach diesem erneuten Herzschlag-Finale.

MÄNNER: HC Burgenland – USV Halle 31:31 (13:18). HCB: Stig Top Rasmussen; Hendrik Hein 1, Kenny Dober 4/1, Ants Benecke 5, Tobias Seyfarth 6, Florian Spitz 1, Marcus Deibicht 1, Jan Schindler 10, Christian Haufe, Tobias Ufer 1, Marcel Kilz 2, Max Najmann; kein Einsatz: Stephan Harseim, Steven Wrobel – Zeitstrafen: HCB 7; USV 5; Siebenmeter: HCB: 4/1; USV 3/3.

Spielfilm: 3:3 (5.), 5:7 (10.), 7:10 (15.), 10:11 (20.), 16:20 (35.), 17:23 (40.), 21:25 (45.), 24:28 (50.), 27:30 (55. Minute).

Ihr nächstes Punktspiel bestreiten die HCB-Männer am 14. März, 19 Uhr, im „Euroville“ gegen Aschersleben.

F-MDOL: BSV 93 Magdeburg – HC Burgenland

Im Gegensatz zu ihrem männlichen Pendant ist den Oberliga-Frauen des HCB in ihrem Punktspiel am Sonntag beim BSV Magdeburg die Puste ausgegangen. Lange lagen sie in Führung (12:9 zur Pause, 19:14 nach 45 und 21:18 nach 50 Minuten), aber am Ende jubelten die Elbestädterinnen über einen 25:24-Erfolg. Damit zog der BSV an den Burgenländerinnen vorbei auf Rang vier der Tabelle. Allerdings mussten die Gäste den Ausfall wichtiger Spielerinnen wie ihrer Toptorjägerin Elisabeth Sorge, Luise Ganske (beide beruflich) oder Anja Flödl (langzeitverletzt) verkraften. Am Sonntag, 15. März, 16 Uhr, empfangen die HCB-Frauen in Plotha den Tabellenzweiten Chemnitz

FRAUEN: BSV Magdeburg – HC Burgenland 25:24 (9:12). Franziska Keller, Eva Sirlinger, Susann Radenz; Melanie Steinbach 4/1, Caroline Mewes, Jessica Stiskall 6/1, Theresa Gering 1, Luisa Hofmeister 3/1, Kathrin Bonsa 4, Anna-Maria Schulz 1/1, Lena Matte 5

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Quelle:

www.naumburger-tageblatt.de