1. Frauen

Elite aus Leipzig gibt sich keine Blöße

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Obwohl die Spielerinnen von HC Burgenland große Erfolge wie zum Beispiel die Meisterschaft in der Bezirksliga Süd, den Aufstieg in die Sachsen-Anhalt Liga und den Bezirkspokalsieg aufzeigen können, mussten sie beim Testspiel gegen den deutschen Vizemeister HC Leipzig deutlich einstecken.

In einem Punkt konnte der prominente Gegner vom HC Leipzig nicht mithalten. Als „Triple-Gewinner“, wie sich der HC Burgenland seit Juni nennt und sogar entsprechende T-Shirts drucken ließ: Meisterschaft in der Bezirksliga Süd, Aufstieg in die Sachsen-Anhalt Liga und Bezirkspokalsieger. Die Erfolge der Handballerinnen in der letzten Saison konnten sich wirklich sehen lassen. Dennoch war der Bundesligist aus der Messestadt, der am Mittwochabend zu einem Testspiel in die Sporthalle Plotha angereist war, mindestens eine Nummer zu groß für den Fünftligisten, der sich in der letzten Saison noch SG Saaletal/Reichardtswerben/Prittitz nannte und mit dem HSV Naumburg-Stößen zum HC Burgenland fusionierte.

Das Ergebnis war am Ende mit 13:51 ziemlich deutlich. Dennoch war Doreen Zänker, Trainerin des HC Burgenland, nicht unzufrieden mit der Leistung ihrer Mädchen: „Wir haben 13 Tore gegen einen Bundesligisten erzielt, das ist doch gut.“ Die Leipzigerinnen dominierten die Partie von Anfang an, standen kompakt in der Verteidigung und bestraften die vielen Abspielfehler der Gastgeberinnen eiskalt durch Tore nach Schnellangriffen. Besonders die schnellen Außenspielerinnen Natalie Augsburg und Debbie Bont (jeweils sechs Treffer) erzielten ein Kontertor nach dem anderen. So zogen die Gäste früh davon und packten bereits in der ersten Halbzeit die Trickkiste aus. Sie brachten mit Würfen hinter dem Rücken und per Direktabnahme in der Luft die knapp 200 Zuschauer zum Staunen. „Gegen so einen Gegner hat man natürlich keine Chance, gerade in Sachen Stellungsspiel und Bälle zu antizipieren“, erklärte Doreen Zänker. Dennoch sei es für ihre Spielerinnen ein unvergessliches Erlebnis gewesen gegen einen Gegner dieser Art spielen zu können.

Nur selten konnte der HC Burgenland Akzente setzen, wenn, dann nach schönen Einzelaktionen von Luisa Hofmeister (vier Tore) und Anja Flödl (zwei), die in der letzten Saison noch für den HSV Naumburg-Stößen spielten. „Ohne die Fusion würden die beiden sicherlich nicht für uns spielen. Das Spielermaterial ist generell qualitativ besser geworden“, zeigte sich die 37-Jährige Trainerin glücklich über den Zusammenschluss zum HC Burgenland. Mit Jessica Altner wurde eine neue Torhüterin aus Schkopau verpflichtet, die in der zweiten Halbzeit durch einige gute Paraden auf sich aufmerksam machte.

„Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Leistung, sie wird sich mit unsere zweiten Torhüterin, Diana Gerber, gut ergänzen“, so die Trainerin des HC Burgenland. Dessen Vereinsvorsitzender Uwe Gering zeigte sich glücklich über den Abend: „Es ist schön, dass an einem Wochentag so viele Leute den Weg in die Halle gefunden haben.“ Der Kontakt zum HCL sei durch einen Sponsoren zustande gekommen. „Dann haben wir uns über ein Spiel verständigt und der HCL hat sich sofort bereiterklärt, zu kommen“, sagte Gering. Man wolle auch versuchen nächstes Jahr wieder ein Testspiel gegen das Leipziger Bundesligateam auszutragen.

Für die kommende Saison gibt es laut Doreen Zänker nur ein Ziel: Klassenerhalt. Mittelfristig plant der HC jedoch den Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga. „Wir wollen uns erstmal stabilisieren und Talente und Sponsoren an den Verein binden“, erklärte Gering.

VON TOBIAS SCHLEGEL

Quelle: MZ Sport Weißenfels