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Gerd Lange: Der Mann für alles

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Gerd Lange ist viel rumgekommen. Zu DDR-Zeiten arbeitete er als Fernfahrer. „Doch trotzdem bin ich immer Naumburger geblieben“, sagt der gebürtige Domstädter freudestrahlend. Sein damaliger Beruf verhinderte allerdings eine mögliche Karriere als Handballer, denn aufgrund seiner Montagearbeit fehlte ihm schlichtweg die Zeit für den Sport, den er vornehmlich während seiner Armee-Zeit ausübte.

Mit dem Sohn in den Verein

Die Leidenschaft für den Handball hat er an seinen Sohn Christian übertragen, der als 13-Jähriger 2003 zum damaligen HSV Naumburg/Stößen kam. „So bin ich dann auch zum Verein gekommen. Zunächst war ich noch Zuschauer, doch als der Club zu wenig Trainer hatte, habe ich angefangen, eine Jugendmannschaft zu trainieren“, erzählt Lange. Bald darauf übernahm er noch eine Zweite. „Das war damals schon etwa stressig. Wenn Auswärtsspiele waren, bin ich samstags mit der einen und sonntags mit anderen Mannschaft unterwegs gewesen“, erinnert sich der 52-Jährige.

Auch beim im Sommer neu gegründeten HC Burgenland ist Gerd Lange ein wichtiger Bestandteil . Er ist Mitglied des Vorstandes und Leiter der Geschäftsstelle, in der er sich unter anderen um die Post und die Organisation der Hallenbelegung kümmert. Seine Hauptaufgabe ist jedoch die des Mannschaftsbetreuers der ersten Herrenmannschaft.

Hier organisiert er den Trainingsablauf, bucht Busse für Auswärtsspiele und kümmert sich um das Wohlbefinden der Akteure, sei es im Training oder während einer Partie. Dort ist er zudem für das Schreiben der Statistiken zuständig. Doch da einen kühlen Kopf zu bewahren, ist nicht immer einfach. „Man leidet während eines Spiels schon mit und freut sich natürlich auch, wenn die Jungs am Ende gewinnen“, sagt Gerd Lange.

Die Arbeit mit den Spielern mache ihm zu jeder Zeit sehr viel Spaß. „Der Zusammenhalt ist eines der großen Stärken des Teams. Die Jungs unternehmen auch außerhalb der Halle viel und gehen zum Beispiel am Wochenende mal zusammen feiern“, charakterisiert Lange die Mannschaft.

Besonders in Erinnerung ist ihm der Aufstieg des HSV Naumburg/Stößen vor ein paar Jahren in die dritte Liga. Eine Rückkehr in diese Spielklasse wäre auch für Gerd Lange ein Traum, doch er bleibt auf dem Boden der Tatsachen und lässt sich trotz der jüngsten Erfolge nicht täuschen. „Letztes Jahr waren wir Neunter. Wenn wir diese Saison einen Platz besser abschneiden, wäre ich zufrieden. Das Ziel bleibt aber dennoch ein Nichtabstiegsplatz, denn es werden sicher auch wieder sauere Zeiten kommen“, zeigt er sich realistisch.

Nach Fusion breiter aufgestellt

Dennoch sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft durch die Neugründung zum HC Burgenland gegeben. Diese sei laut Lange das Beste gewesen, was dem Verein hätte passieren können. „Wir hatten früher immer das Problem, dass wir zu wenig Spieler hatten. Durch die Fusion sind wir in der Breite nun besser aufgestellt und können Ausfälle besser kompensieren“, erklärt Lange.

Dass diese Tatsache bereits Früchte trägt, sieht man bei einem Blick auf die Tabelle. Dort steht der HC nach neun Begegnungen mit 12:6 Punkten auf Platz vier. Und auch gegen den kommenden Gegner rechnen sich die Naumburger etwas aus. „Gegen Oebisfelde haben wir letztes Jahr zu Hause gewonnen. Das wird auf jeden Fall ein tolles Spiel werden“, ist sich der Mannschaftsbetreuer sicher.