1. Männer

HCB darf über einen „dreckigen“ Sieg jubeln!

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VON TORSTEN KÜHL

Seidler-Schützlinge holen beim 30:29 gegen den Aufsteiger Plauen-Oberlosa den ersten Heimerfolg der Oberliga-Saison.

NAUMBURG.

Am Ende kam am Feiertag dann doch so etwas wie Feiertags-Stimmung in der Sporthalle Seminarstraße auf: Mit 30:29 feierten die Handballmänner des HC Burgenland am Sonnabend gegen den SV Plauen-Oberlosa den lange ersehnten ersten Heimsieg in dieser Saison der Mitteldeutschen Oberliga. Und die neue Anzeigetafel (wir berichteten) feierte eine gelungene Premiere mit dem aus Sicht der Einheimischen „richtigen“ Endergebnis. Mit diesem verbesserten sich die Schützlinge von Ines Seidler unter dem Jubel ihrer Fans auf den achten Platz. Zugleich verhinderten sie den Absturz in den Tabellenkeller und damit zu Halloween passende Schlagzeilen wie „Gruselige Vorstellung vor heimischem Publikum“ oder „Horror-Spiel lässt Zuschauer erschaudern“.

Zwar machten es die Hausherren unnötig spannend, weil sie die Partie fast über die gesamte Distanz dominierten, nur einmal zurücklagen (beim 0:1), dann aber ihren hart erkämpften Fünf-Tore-Vorsprung (23:18, 28:23) nicht vorentscheidend vergrößerten. In ihrer derzeitigen prekären Lage, die man als Ergebnis-Krise bezeichnen konnte (Unentschieden und knappe Niederlagen), sind jedoch eben auch einmal „dreckige“ Siege, wie solche Spielausgänge im Fußball gern bezeichnet werden, nötig. Und im Gegensatz zum verlorenen Heimspiel zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle gegen Radis (27:29) waren die Gäste aus Sachsen nicht so abgezockt wie der Spitzenreiter, die Unzulänglichkeiten im Spiel des HCB – Fehlabspiele, Ballverluste, schlecht vorbereitete Torwürfe – eiskalt auszunutzen.

Mehr als der einmalige Ausgleich zum 18:18 gelang dem wacker mitspielenden Aufsteiger nicht. Ansonsten ließen die Gastgeber das Team aus der Spitzenstadt nie näher als bis auf einen Treffer herankommen.

Als Garanten für diesen Heimsieg kann man drei Akteure aus der Mannschaft der Burgenländer herausheben: Torjäger Kenny Dober, der fast von allen Positionen (aus dem Rückraum, vom Kreis, von Rechtsaußen und von der Siebenmeterlinie) traf, Keeper Franz Flemming, der zwar noch nicht überragend hielt, aber in beiden Halbzeiten Bälle in entscheidenden Phasen parierte und eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Spiel in Zwickau nachwies, und Benedikt Schmidt, der auf Rechtsaußen für den an diesem Tag unglücklich agierenden Tobias Ufer einsprang und in der zweiten Halbzeit vier wichtige Treffer erzielte.

Ines Seidler freute sich über ihre gelungene taktische Maßnahme, den gefährlichen Andreas Weikert über weite Strecken in Sonderbehandlung nehmen zu lassen („Was in dieser Saison bisher kaum eine Mannschaft getan hat“, wie sie zu berichten wusste).

Und die HCB-Trainerin freute sich auch darüber, dass ihr Team „auch mal das Tempo rausgenommen hat und nicht zu hektisch gespielt hat, als es etwas kritischer wurde“. Das seien wichtige Schritte auf dem Weg zurück zu alter Nervenstärke, mit der die Burgenländer in der vergangenen Saison längst verloren geglaubte Begegnung noch umgebogen hatten.

HC Burgenland – SV Plauen-Oberlosa 30:29 (15:12). HCB: Stephan Harseim, Franz Flemming; Kenny Dober 11/5, Ants Benecke 3, Stephan Fichtner 1, Florian Spitz, Jan Schindler 6, Christian Haufe, Max Weber 5, Tobias Ufer, Benedikt Schmidt 4.

Spielfilm: 2:1 (5. Minute), 3:3 (10.), 7:5 (15.), 11:8 (20.), 12:11 (25.), 17:16 (35.), 21:18 (40.), 23:20 (45.), 26:22 (50.), 29:25 (55.).

Am kommenden Sonnabend, 7. November, ab 20 Uhr, gastieren die HCB-Männer in der Oberliga bei der HSG Freiberg.

 

Quelle:

www.naumburger-tageblatt.de