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Nichts für schwache Nerven!

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Köthen – Erneut haben die Handballmänner des HC Burgenland bewiesen, dass sie mit den beiden Spitzenteams der Mitteldeutschen Oberliga voll mithalten können. Doch wie schon daheim gegen den noch verlustpunktfreien Tabellenführer Bad Blankenburg kassierten sie am Ende eine Niederlage mit nur einem Tor Unterschied. Knapp mit 34:33 setzte sich der gastgebende Ranglistenzweite HG Köthen am Sonnabendabend in der Heinz-Fricke-Sporthalle gegen das Team von Ines Seidler durch.

„Das ist natürlich wieder mal ganz bitter für uns. Aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat kämpferisch und spielerisch eine gute Leistung gezeigt. Diese spannende Partie war eine Werbung für den Handball“, sagte die HCB-Trainerin gegenüber unserer Zeitung. Die Gäste mussten erneut den Ausfall von Jan Schindler (verletzt) und Michael Seime (arbeitsbedingt) verkraften und wurden schnell ihres deshalb veränderten Abwehrkonzepts beraubt. „In der ersten Halbzeit erhielten wir fünf Zeitstrafen und die Köthener keine. Dafür bekamen die Gastgeber vier Siebenmeter zugesprochen und wir, glaube ich, keinen. Nach zwei schnellen Zweiminutenstrafen für Kenny Dober mussten wir in der Deckung erneut umstellen“, berichtet Ines Seidler, die nun Tobias Ufer mit einer für ihn ungewohnten Aufgabe in der Defensive betraute. Dennoch habe es ihr Team weiterhin ordentlich gemacht und nie abreißen lassen. Mehr als drei Tore betrug der Vorsprung der Köthener nie.

Kenny Dober, mit zwölf Treffern erneut erfolgreichster Werfer des HCB-Teams, führte klug Regie und riss seine Nebenleute immer wieder mit. An seiner Seite erwiesen sich zudem Linksaußen Ants Benecke und der junge Stephan Meyer, der nicht nur im Rückraum, sondern auch als Kreisläufer agierte, mit sieben beziehungsweise sechs Toren als treffsicher. „Uns ist es aber leider, mit zwei Ausnahmen in der Anfangsphase, nie gelungen, die Führung zu übernehmen“, so Seidler. Beim 24:24 glichen die Gäste zum letzten Mal in dieser Pause aus, aber sie blieben weiter dran. Anderthalb Minuten vor Schluss, beim Stand von 33:32 für Köthen, dann eine Szene, die – neben den Paraden von Köthens Keeper Sebastian Loske – vielleicht mitentscheidend dafür war, dass die Burgenländer mit leeren Händen heimfahren mussten: Max Weber bekam „nach einem normalen Foulspiel“, wie die HCB-Trainerin sagte, zunächst eine Zeitstrafe aufgebrummt und dann für eine Geste, die die beiden Referees als „Scheibenwischer“ werteten, die Rote Karte sowie obendrauf (quasi als Zeichen für die Zuschauer, dass dieser Feldverweis einen Bericht und damit eine Sperre nach sich ziehen wird) die Blaue Karte gezeigt. „Ich muss Max da in Schutz nehmen“, so die Gästetrainerin. „Das war die spielentscheidende Phase und ein emotionaler Moment. Er hatte in dieser Sekunde seine Hände nicht im Griff. Für mich war das keine Schiedsrichter-Beleidigung.“

Dennoch: Weber wird seinem Team voraussichtlich mehr als ein Spiel fehlen, und damit verschärft sich die angespannte Personalsituation beim HCB weiter.

HG Köthen – HC Burgenland 34:33 (18:17). HCB: Michal Galia, Philipp Zimmer; Kenny Dober 12/3, Ants Benecke 7, Stephan Meyer 6, Christian Haufe, Max Weber 5, Tobias Ufer 1, Maximilian Fuchs 2, Benedikt Schmidt, Peter Kerkapoly.

Spielfilm: 4:3 (5.), 5:5 (10.), 9:7 (15.), 13:12 (20.), 16:14 (25.), 22:20 (35.), 25:24 (40.), 28:26 (45.), 32:30 (50.), 33:32 (55.) – Siebenmeter: Köthen 6/4, HCB 3/3; Zeitstrafen: Köthen 6, HCB 8.

Ihr nächstes Punktspiel in der Mitteldeutschen Oberliga bestreiten die HCB-Männer am Sonnabend, 14. Januar 2017, ab 19 Uhr im Naumburger „Euroville“ gegen den Zwickauer HC Grubenlampe.

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/25333702 ©2016