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Schindler trifft mit dem Schlusspfiff!

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VON TORSTEN KÜHL

Oberliga-Männer des HCB holen in Halle beim Titelfavoriten einen Punkt. Auch die Burgenländerinnen zeigen beim Spitzenreiter eine starke Leistung.

HALLE/MARKRANSTÄDT.

In der vergangenen Saison beendeten die Männer des HC Burgenland ihre Partien in der Mitteldeutschen Oberliga oft mit nur einem Tor Unterschied. In diesem Spieljahr nun scheinen sie sich zu Remis-Spezialisten zu entwickeln. Das 34:34 am Sonnabendabend bei Titelmitfavorit USV Halle war bereits das dritte Unentschieden im fünften Spiel. Weil sie die beiden anderen Begegnungen gewonnen haben, sind die Schützlinge von Ines Seidler noch immer ungeschlagen und bleiben weiter dran an der Spitzengruppe.

„Den Zuschauern wurde im Bildungszentrum all das geboten, was ein spannendes Handballspiel bieten kann“, berichtet Ines Seidler. „Und am Ende war es ein gerechtes Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind.“ Die Schlussphase war, wie man in solchen Fällen gern sagt, an Dramatik kaum zu überbieten. Der HCB lag mit 33:32 vorn, ehe die Hallenser das Ergebnis zur eigenen 34:33-Führung drehten. Zwei Sekunden waren noch zu spielen, und die letzte Aktion der Partie war ein Freiwurf für die Gäste. Jan „Oskar“ Schindler, der zuvor die 60 Minuten in Abwehr wie Angriff durchgerackert hatte und schon bis zu diesem Zeitpunkt mit neun Treffern bester Werfer seines Teams gewesen war, schnappte sich den Ball, überwand die Mauer des USV und auch dessen Keeper. Der Jubel bei den Burgenländern und ihren zahlreichen mitgereisten Fans kannte keine Grenzen.

„Dieser Punktgewinn ist der Verdienst der gesamten Mannschaft, die in allen Bereichen fantastisch gekämpft hat“, freute sich die HCB-Trainerin. In der ersten Halbzeit hatte zumeist der Gastgeber vorn gelegen, und erst kurz vor dem Pausensignal traf Kenny Dober zum 15:14 für die Burgenländer. Dann startete der HCB – fast schon gewohnt – schlecht in den zweiten Abschnitt. „Wir waren eigentlich schon dreimal abgeschossen – beim 24:20, 27:24 und 30:27. Aber wie unser Team zurückgekommen ist, war toll“, sagte Seidler, die auf Max Najmann (Grippe) und Marcus Deibicht (arbeitsbedingt) verzichten musste. Die Trainerin freute sich auch über die Leistungssteigerung von Tobias Seyfarth, der zumeist auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußenposition agierte und vier wichtige Treffer beisteuerte.

MÄNNER: USV Halle – HC Burgenland 34:34 (14:15). HCB: Thomas Drese, Stephan Harseim; Hendrik Hein 3, Kenny Dober 9/3, Ants Benecke 5, Tobias Seyfarth 4, Florian Spitz 2, Jan Schindler 10, Christian Haufe, Tobias Ufer 1, Marcel Kilz (kein Einsatz: Steven Wrobel).

 

F-MDOL: SC Markranstädt – HC Burgenland 32:28(15:14)

Eine sehr ansprechende Leistung zeigten die ebenfalls dezimierten HCB-Frauen (Kathrin Bonsa und Luise Ganske sind noch verletzt). Beim souveränen Oberliga-Spitzenreiter SC Markranstädt, der sicher der Topfavorit auf den Aufstieg ist, lagen die Burgenländerinnen bis zur Pause nur mit einem Tor (14:15) und am Ende lediglich mit 28:32 hinten. Dieses Ergebnis gewinnt an Wert, wenn man bedenkt, dass die Gäste ab der 19. Minute ohne Jessica Stiskall auskommen mussten. Sie hatte dreimal eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten, „wobei die eine oder andere Entscheidung der Referees überhart war“, wie HCB-Mannschaftsleiter Danny Nas meinte. „Bei unserem dünnen Kader haben uns dann natürlich die Wechselmöglichkeiten gefehlt – im Gegensatz zu den Markranstädterinnen mit ihrer breiten und gut besetzten Bank“, ergänzte Gästecoach Steffen Baumgart. Er lobte in diesem Zusammenhang die beiden 16-jährigen Talente in seinem Team – Torhüterin Eva Sirlinger, die 25 Minuten spielte, und Lena Matte, die nach dem Ausfall von Stiskall eigentlich durchweg auf der Platte stehen musste – für ihre starken Vorstellungen. Beste HCB-Werferin war Elisabeth Sorge mit zwölf Treffern; sie war nach einer Krankheit gehandicapt, stellte sich aber voll in den Dienst der Mannschaft.

FRAUEN: SC Markranstädt – Burgenland 32:28 (15:14). HCB: Franziska Keller, Eva Sirlinger; Caroline Mewes 3, Melanie Steinbach 1, Elisabeth Sorge 12/4, Theresa Gering, Luisa Hofmeister 2, Anja Flödl 5, Lena Matte 4, Jessica Stiskall 1 (Rote Karte/ 19. Minute).

Quellen:

Text – www.naumburger-tageblatt.de

Bild – Torsten Biel