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Schwache Deckung reicht nur zum Remis!

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Apolda/Plotha – Wenn eine Handball-Mannschaft mit weniger als einer halben Minute Rest-Spielzeit in Führung liegt und am Ende nicht gewinnt, ist die Enttäuschung über das Ergebnis normalerweise groß. Doch das Endresultat von 33:33 am Sonnabend beim HSV Apolda war für Ines Seidler, die Oberliga-Trainerin des HC Burgenland, sogar noch das, womit sie am wenigsten haderte. „Wenn man eine so schwache Deckungsleistung abliefert, braucht man sich eigentlich nicht zu beschweren, wenn man verliert. Insofern war es sogar noch ein gewonnener Punkt.“

Denn während sie mit dem Angriffsspiel ihres Teams zumindest über weite Strecken recht zufrieden sein konnte, „haben wir in der Abwehr über 60 Minuten keinen Zugriff bekommen“. Sicher, es gab auch Phasen in der Partie, etwa bei der eigenen 8:6- oder 26:23-Führung, wo leichtfertige technische Fehler in der zweiten Welle ein deutlicheres Davonziehen und somit vielleicht sogar die Vorentscheidung verhinderten. Seidler: „Aber, wer auswärts 33 Tore wirft, braucht sich nicht über das Angriffsspiel zu unterhalten.“ Zumal sich der Top-Torschütze vom Dienst, Kenny Dober, mit 15 sowie der wiedergenesene Tobias Ufer mit sieben Toren als sehr treffsicher erwiesen.

Im Abwehrzentrum aber agierte das Duo Jan Schindler/Max Weber, „sehr, sehr unglücklich“, wie es Ines Seidler formulierte, wobei insbesondere Schindler bedingt durch zwei frühe Zwei-Minuten-Strafen nicht so beherzt zugriff, wie es nötig gewesen wäre. „Wir haben fast alle Gegentore aus der Nahwurfzone bekommen. Das zeigt, dass da der Körperkontakt nicht ausreichend gesucht wurde“, so Seidler. Insgesamt entwickelte sich dadurch ein über weite Strecken sehr ausgeglichen verlaufendes Derby. Nachdem Apolda den angesprochenen 23:26-Rückstand kämpferisch stark in eine eigene 28:26-Führung zehn Minuten vor Schluss verwandelt hatte, hätte die Partie auch zugunsten des Heimteams kippen können. Der HCB bewies aber Kampfkraft und sicherte damit zumindest den Punkt. Ihren Torhütern, die nicht glänzen konnten, machte Ines Seidler keinen Vorwurf: „Mit einer solchen Abwehr vor sich kann man da nicht viel machen. Wir wollen jetzt aber auch nicht in Depressionen verfallen, sondern werden hart trainieren, um am Sonnabend gegen Halle anders auftreten zu können.“ Man sehe eben, wie ausgeglichen die Mitteldeutsche Oberliga ist.

MÄNNER: HSV Apolda – HC Burgenland 33:33 (15:15). HCB: Michal Galia, Philipp Zimmer; Kenny Dober 15/6, Ants Benecke 1, Jan Schindler 2, Christian Haufe, Max Weber 6, Tobias Ufer 7, Maximilian Fuchs 1, Peter Kerkapoly 1.

Spielfilm: 2:3 (5. Min.), 4:4 (10.), 6:6 (15.), 9:8 (20.), 10:10 (25.), 19:18 (35.), 21:22 (40.), 23:26 (45.), 28:26 (50.), 30:29 (55.)

 

 

Ebenfalls sieglos blieben die Oberliga-Damen des HCB, wenngleich Trainer Steffen Baumgart der 27:31-Niederlage gegen den HV Chemnitz viel Positives entnehmen konnte: „Chemnitz ist ein Staffelfavorit, gegen die wir in der Vorsaison noch zweistellig verloren haben. Wie schon vorige Woche konnten wir das Spiel über 50 Minuten ausgeglichen gestalten, was mich positiv stimmt.“ Die Sachsen hatten gegen die gut eingestellten Burgenländerinnen Probleme, ins Spiel zu finden und führten über weite Strecken der zweiten Halbzeit nur mit meist zwei Toren. Erst in der Schlussphase sorgten die technischen Fehler auf Seiten der Gastgeberinnen dafür, dass sich die favorisierten Gäste absetzen konnten. „Schade, wir hatten da die Chance zum Ausgleich. Aber einfache Fehler werden da eben gnadenlos bestraft“, so Baumgart, der mit Blick auf die Zukunft aber meinte: „Die drei stärksten Gegner haben wir weg. Jetzt kommen die Spiele, in denen wir punkten können.“

Die Burgenländerinnen liegen nun mit weiterhin zwei Zählern im Mittelfeld der Mitteldeutschen Oberliga. Von der Pleite gegen die starken Chemnitzerinnen können sie sich nun fast einen ganzen Monat erholen, da das nächste Punktspiel erst am 23. Oktober bei der Vertretung von Union Halle-Neustadt II ansteht.

FRAUEN: HC Burgenland – HV Chemnitz 27:31 (16:15). HCB: Miriam Ihle, Jessica Altner; Melanie Steinbach, Jessica Stiskall 7, Julia Luther, Luisa Hofmeister, Anna-Maria Schulz 1, Lavinia Poterasi 11/6, Lena John, Marie Knappe 3, Charlotte Wojna 2, Caroline Konrad 2, Caroline Rosiak.

Am kommenden Sonnabend, 1. Oktober, empfangen die HCB-Männer um 19 Uhr in der Sporthalle Seminarstraße in Naumburg den USV Halle. Die Burgenländerinnen spielen erst wieder am Sonntag, 23. Oktober, 12 Uhr, bei Union Halle-Neustadt II.

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/24805482 ©2016