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Spitzenreiter niedergerungen!

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VON HARALD BOLTZE

HC Burgenland bestätigt beim 33:32-Heimerfolg gegen Glauchau/Meerane seinen Ruf als „Favoritenkiller“ und „Meister der Aufholjagd“.

NAUMBURG.

2831 Stimmen haben die Oberligamänner des HC Burgenland zur „Mannschaft des Jahres“ im Kreis gemacht. 2831 Mal Anerkennung der sportlichen Leistung, aber auch der vielen attraktiven Handballabende. Und wie zum Beweis zeigten die HCB-Männer auch am Tag nach der Sportlerwahl-Auszeichnung gegen Spitzenreiter aus Glauchau und Meerane ihre Markenzeichen: volle Spannung, tolle Aufholjagd und den Status als „Favoriten-Killer“. Mit 33:32 (17:18) schlugen die Hausherren den Tabellenersten und sorgten für noch mehr Spannung in der Mitteldeutschen Oberliga.

Nach dem furiosen Auswärtssieg in Freiberg musste Trainerin Ines Seidler erneut auf die langzeitverletzten Tobias Seyfarth und Marcel Kilz sowie den erkrankten Marcus Deibicht verzichten. Dafür gab sie dem eingesprungenen Trainer des HCB-Damenteams, Steffen Baumgart, eine Sonderrolle als Bewacher des Gästehünen David Kylisek. Das taktische Vorhaben fruchtete zunächst aber nicht. Der HCB bekam die zweite Welle von Glauchau-Meerane nicht in den Griff. Die Gäste kamen zu einfachen Würfen, bei denen Keeper Stig-Top Rasmussen keine Chance hatte. Gepaart mit drei, vier vergebenen eigenen Großchancen bedeutete dies einen raschen und deutlichen Rückstand: Beim 5:10 waren es immerhin schon fünf Tore. „Glauchau war da richtig stark, und ich habe wirklich gedacht, dass das ’ne ganz harte Nummer wird“, meinte Ines Seidler rückblickend.

Doch früh wechselte die Übungsleiterin den Torhüter, brachte Thomas Drese und konnte sich im Angriff auf Rechtsaußen Tobias Ufer verlassen, der auch aus spitzesten Winkeln treffsicher agierte. Fünf Würfe, fünf Tore lautete bis zur Pause seine Ausbeute. Der HCB kam heran, glich beim 16:16 erstmals aus und ging mit lediglich einem Tor Rückstand in die Pause.

Seidler: „Wir haben dann auf eine aggressive 6:0-Deckung umgestellt und den Gegner in den Positionsangriff gezwungen. Damit ist Glauchau nicht so gut zurechtgekommen.“ Beim 24:23 ging der HCB erstmalig in Führung – und das, obwohl Rückraumwerfer Jan Schindler mit vier Pfostentreffern zuvor zum großen Pechvogel zu mutieren schien. Der Schlüssel zum späteren Sieg lag in der zweiten Hälfte also in der Verteidigung. Thomas Drese zeigte einige schöne Paraden. Sein Torhüter-Kollege Rasmussen war zweimal vom Siebenmeterpunkt nicht zu bezwingen. Und Schindler wurde ab Mitte der zweiten Hälfte im Abwehrzentrum stark von Rückkehrer Sebastian Fende (wir berichteten) unterstützt. Nicht ganz hochklassig, aber eines Spitzenspieles durchaus würdig blieb die Partie bis in die Schlussminuten eng. Erst beim 31:28 mit noch zweieinhalb Minuten auf der Uhr schien der Drops gelutscht. Kurz darauf, nun beim 32:30, bekamen die Gäste, die von den Schiedsrichtern im kompletten Spiel von Zwei-Minuten-Strafen verschont blieben, ein Siebenmeter-Geschenk und nutzten dieses zum Anschlusstreffer. Doch in der verbleibenden halben Minute leistete sich der HCB keinen Fehler mehr. Im Gegenteil: Mit einer Einzelaktion zum 33:31 band Kenny Dober den Sack endgültig zu. Der Anschlusstreffer mit der Schlusssirene war nur noch Kosmetik. „Wir sind natürlich glücklich und stolz. Ich denke, wir haben zwei starke Mannschaften gesehen, bei denen vielleicht unsere Kampfstärke den klitzekleinen Unterschied gemacht hat“, meinte Ines Seidler. Das Publikum nahm die Leistung jubelnd zur Kenntnis. Die Reibereien mit einigen wenigen Gästefans, die in der zweiten Halbzeit zu einer Spielunterbrechung geführt hatten, waren mehr als unnötig.

Der Sieg der Burgenländer wurde natürlich auch in Halle und Plauen erfreut zur Kenntnis genommen. Die Tabellenspitze ist zusammengerückt. Die kleinen Restchancen des HCB auf den Aufstieg werden im Verein übrigens mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Es überwiegt aber wohl die Meinung derer, die den Sprung in die deutlich anspruchsvollere 3. Liga nicht für sinnvoll halten.

HC Burgenland – HC Glauchau/Meerane 33:32 (17:18). HCB: Stig-Top Rasmussen, Thomas Drese; Hendrik Hein 2, Kenny Dober 8/5, Ants Benecke 5, Florian Spitz 2, Jan Schindler 7, Christian Haufe, Tobias Ufer 6, Steffen Baumgart, Max Najmann 3, Sebastian Fende.

Spielfilm: 1:3 (5.), 3:7 (10.), 6:10 (15.), 11:13 (20.), 15:15 (25.), 21:22 (35.), 21:23 (40.), 25:24 (45.), 27:25 (50.), 29:28 (55. Minute).

Ihr nächstes Oberliga-Spiel bestreiten die HCB-Männer am Sonnabend, 18. April, 19.30 Uhr, beim SV Hermsdorf.

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Mit ihrem Sieg gegen den Tabellenführer haben die Burgenländer den Titelkampf in der Mitteldeutschen Oberliga noch spannender gemacht. Neuer Spitzenreiter ist der USV Halle, der am Sonnabend 33:26 bei den Werratalern gewann. Auch die Plauener, die 22:21 beim TuS Radis gewannen und am 25. April nächster Heimspiel-Gegner des HCB sind, liegen noch aussichtsreich im Rennen.

Die aktuelle Tabellenspitze:

1.USV Halle 33:11

2.Glauchau/Meerane 33:11

3.HCE Plauen 32:12

4.HC Burgenland 29:15