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Überragender Dober!

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Naumburg – In der Vorschau unserer Zeitung auf das Heimspiel gegen Rot-Weiß Staßfurt hatte Kenny Dober gesagt, er würde einen Medaillenplatz in der Mitteldeutschen Oberliga – wenn er die Wahl hätte – dem dritten Triumph in der Torschützenwertung vorziehen. Nun ja: Der 27-jährige Allrounder hat am Sonnabend im Naumburger „Euroville“ für die Erfüllung beider Saisonziele eine Menge getan. Mit seinen 14 Treffern führte Dober den HC Burgenland nämlich zum hochverdienten 37:33-Erfolg und damit zurück auf den dritten Rang. Im Kampf um die Torjäger-Kanone – es wäre seine dritte in Folge in der vierthöchsten deutschen Spielklasse – kann dem extrem sprunggewaltigen 1,74-Meter-Mann zurzeit ohnehin niemand folgen.

Auch Kapitän Benecke überzeugt

Überhaupt überzeugte gegen Staßfurt vor allem die linke Seite der Burgenländer. Neben Dober, der sich auch von einem vergebenen Siebenmeter oder einem Fehlabspiel nicht beirren lässt und einfach weiter trifft, zeigte außen Ants Benecke ebenfalls eine starke Leistung. Der Kapitän, der sieben Tore beisteuerte, war allerdings auch selbstkritisch: „Wir haben es unnötigerweise mal wieder spannend gemacht, nachdem es zu Beginn fast wie von allein gelaufen war.“ Benecke spielt damit auf die Phasen an, in denen der HCB komfortable Führungen (6:1, 9:4 sowie dann später 24:15) noch aus den Händen zu geben drohte. Da kamen die Staßfurter jeweils bis auf zwei Tore wieder heran.

Was die Burgenländer in dieser Saison allerdings besonders stark macht, ist, dass sie Alternativen und damit Antworten parat haben. Weil Jan Schindler erneut wegen seiner Kniebeschwerden nicht spielen konnte, rückte Dober wieder nach halblinks, und Maximilian Fuchs gab den umsichtigen und engagierten Regisseur. Als Fuchs ebenfalls mit einer Knieblessur vom Feld musste, sprang der Ungar Peter Kerkapoly ein – mit einem Treffer sowie guten Anspielen an den Kreis. In der zweiten Halbzeit meldete sich Fuchs dann glücklicherweise einsatzfähig zurück und übernahm wieder das Kommando.

Oder als Kreisläufer Christian Haufe – völlig zu Unrecht – ziemlich früh seine zweite Zeitstrafe aufgebrummt bekam, stand Michael Seime bereit. Der Thüringer brachte sich in der Abwehr (gegen die sehr körperbetont spielenden Gäste) und im Angriff (unter anderem mit einem sehenswerten Rückhandwurf, der zum Erfolg führte) ein.

So fügte sich, komplettiert von der einen oder anderen tollen Parade von Michael Galia, der selbst zu den Torschützen gehörte, ein Rädchen ins andere, und angeführt vom überragenden Dober fuhren die HCB-Männer den erhofften Heimsieg ein.

Auch Schindlers „30.“ wird gefeiert

Dass die beiden jungen Schiedsrichter vom SC Magdeburg völlig überfordert waren mit der Partie, erst sehr kleinlich pfiffen (und zum Beispiel den Staßfurter Sebastian Retting schon nach knapp 20 Minute überzogen die Rote Karte zeigten), um später dann fast alles laufen zu lassen, sei nur am Rande erwähnt. Oberligatauglich war diese Leistung nicht. Zum Glück für die Gastgeber war sie allerdings auch nicht spielentscheidend.

So gab es für die Burgenländer, die vor dem Anwurf schokoladige Überraschungen an ihr Publikum verteilt hatten, nicht nur einen Sieg und den Sprung auf Rang drei zu feiern. Zusammen stießen sie bis in den frühen Morgen auch noch auf den 30. Geburtstag von Jan Schindler an. Glückwunsch auch von dieser Seite!

„Am kommenden Sonnabend wollen wir in Glauchau nachlegen. Dann können wir einigermaßen locker nach Köthen fahren“, meinte HCB-Trainerin Ines Seidler.

HC Burgenland – Rot-Weiß Staßfurt 37:33 (21:13). HCB: Michal Galia 1, Philipp Zimmer; Kenny Dober 14/5, Ants Benecke 7, Michael Seime 2, Stephan Meyer 1, Christian Haufe 2, Max Weber 4, Tobias Ufer 1, Maximilian Fuchs 4, Benedikt Schmidt, Peter Kerkapoly 1.

Spielfilm: 5:1 (5. Minute), 9:4 (10.), 9:6 (15.), 11:7 (20.), 16:9 (25.), 24:16 (35.), 26:22 (40.), 28:24 (45.), 30:27 (50.), 34:31 (55-) – Siebenmeter: HCB 7/5, Staßfurt 5/3; Zeitstrafen: HCB 8, Staßfurt 6 (+ 1 Rote Karte).

Am kommenden Sonnabend, 10. Dezember, gastieren die HCB-Männer beim Ranglistenachten HC Glauchau/Meerane. Anwurf ist um 17 Uhr in der Sachsenlandhalle in Glauchau. Eine Woche später, am 17. Dezember, müssen die Burgenländer dann beim Ranglistenzweiten HG 85 Köthen antreten. Diese Partie beginnt um 19 Uhr in der Heinz-Fricke-Sporthalle. Die Feiertagspause wird in dieser Saison kurz sein. Bereits am Sonnabend, 14. Januar 2017, bestreiten die Schützlinge von Ines Seidler ihr letztes Hinrundenspiel gegen den Zwickauer HC Grubenlampe. Anwurf wird um 19 Uhr im Naumburger „Euroville“ sein. Rückrunden-Auftakt ist dann eine Woche später in Pirna.

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/25221840 ©2016