1. Männer

Unnötig spannend gemacht

Quelle: NTB

Der HC Burgenland bezwingt Freiberg nach klarer Führung mit 34:32 und beendet die Oberliga-Saison als Fünfter. Fende, Kluge und Slamka verabschiedet.

Vor vollen Rängen und bei extrem stimmungsvoller Atmosphäre im „Euroville“ haben sich die Handballmänner des HC Burgenland am Sonnabend einen erfolgreichen Saisonabschluss beschert. Sie bezwangen die HSG Freiberg zum ersten Mal überhaupt und belegen damit im Endklassement der Mitteldeutschen Oberliga einen sehr guten fünften Platz. Den möglichen vierten verfehlten sie nur knapp, weil Staßfurt daheim gegen Glauchau/Meerane verlor.

Bei ihrem 34:32-Sieg machten es die Burgenländer aber unnötig spannend. Mitte der ersten Halbzeit waren sie mit vier Toren in Folge auf 12:8 davongezogen. Diesen Vorsprung behaupteten sie bis zur Pause (18:14), und nach dem Seitenwechsel bauten sie ihn zwischenzeitlich gar auf sechs Treffer aus. Alles sah nach einem geschmeidigen Heimerfolg aus, zumal die Gäste aus Sachsen bereits in der ersten Halbzeit einen ihrer wichtigsten Akteure – den Tschechen Karel Vit (Rote Karte nach der dritten Zeitstrafe) – verloren hatten.

Aber die Freiberger ließen in der zweiten Halbzeit nicht locker, kamen von 25:19 auf 25:23 heran, und die Partie schien zu kippen. In dieser Phase gelangen jedoch Tobias Seyfarth – er war an diesem Tag mit sieben Treffern bester Werfer des HCB – zwei ganz wichtige Tore, eines davon in Unterzahl, und Keeper Thomas Drese zeigte im richtigen Moment eine Glanzparade, so dass die Gäste nicht aufschließen konnten. Trotzdem blieben sie gefährlich auf Tuchfühlung, brachten zum Beispiel zweimal einen siebenten Feldspieler. Das erste Mal ging diese Maßnahme ihres Coaches Jiri Tancos in die Hose, und Drese traf nach einem gehaltenen Ball in den leeren gegnerischen Kasten, nachdem er zuvor bei seinem ersten Versuch noch am Pfosten gescheitert war. Und auch, als die Freiberger erneut im Angriff in Überzahl agierten, war Thomas Drese zur Stelle. Ebenso wichtig in der engen Schlussphase: Max Najmann behielt bei seinen Siebenmeterwürfen die Nerven.

Wie ernst beide Teams und deren Anhänger dieses für sie eigentlich bedeutungslose Spiel nahmen, bewies nicht nur der Pauker-„Schlagabtausch“ beider Fanlager. Auch auf dem Spielfeld und am Rande ging es verbissen und kämpferisch zu. Die Freiberger Bank kassierte zum Beispiel erst eine Gelbe Karte, dann eine Zweiminutenstrafe und schließlich noch eine Rote Karte, die eine weitere Zeitstrafe nach sich zog. Auch das spielte den Gastgebern freilich in die Karten.

„Wir haben mit Platz fünf unser Saisonziel erreicht, und darüber freuen wir uns jetzt“, sagte HCB-Trainerin Ines Seidler nach Spielschluss. Geärgert habe sie, dass ihr Team bei klarer Führung zwei hundertprozentige Torchancen vergeben habe. „Man hat schon gesehen, dass die Jungs nach so einem langen Spieljahr nicht mehr so frisch im Kopf sind.“ Sprach’s und gesellte sich zu ihrer Mannschaft, die zusammen mit den Fans bei Freibier eine insgesamt gelungene Saison ausklingen ließ.

Da wurde dann auch das Rätsel des Oberlippenbarts – mit dem sich der Großteil des Teams „geschmückt“ hatte – gelöst. „Wir wollten, nachdem wir so gut durch die Saison gekommen waren, mal was anderes machen und haben unseren Mannschaftsleiter Gerd Lange auf diese Weise imitiert. Und am späten Abend haben wir dann zur Abwechslung mal seinen Bart abrasiert“, berichtet Rückraumwerfer Jan Schindler, der gegen Freiberg sechs Tore erzielte. Mit einer Party in einer Hütte eines Sponsors an einem brandenburgischen See und mit einer Schlauchboottour auf der Saale wollen die HCB-Männer das Spieljahr nun gesellig abschließen. Bis zum Handballfest in Stößen in knapp zwei Wochen werden sie noch trainieren, ehe auf sie ein rund dreiwöchiger Urlaub wartet.

Verabschiedet worden waren vor der Partie gegen Freiberg drei Akteure der Gastgeber: Sebastian Fende, der als Lehrer eine Stelle in Gardelegen (Altmarkkreis) gefunden hat, Sascha Kluge, der wegen seines Medizinstudiums keine Zeit mehr zum Trainieren hat, und Abwehrstratege Thomas Slomka, der seine Laufbahn in der ersten Mannschaft beendet hat und zuletzt nur noch in der „Vierten“ ausgeholfen hatte.

HCB: Thomas Drese 1, Kevin Lang; Hendrik Hein 3, Kenny Dober 6/1, Ants Benecke 3, Tobias Seyfarth 7, Florian Spitz 1, Marcus Deibicht 2, Jan Schindler 6, Max Najmann 5/3 – kein Einsatz: Christian Haufe, Tobias Ufer.