1. Frauen1. Männer

Verletzungspech reißt nicht ab

Quelle: NTB

Burgenländerinnen verlieren mit Dreesen und Flödl weitere Stammkräfte und scheiden im Landespokal-Halbfinale aus. HCB-Männer bezwingen Hornets klar.

Die Fans des HC Burgenland konnten am Sonnabend in der Naumburger Seminarstraße Heimspiele der Frauen und Männern quasi im Doppelpack erleben. Leid und Freud lagen da dicht beieinander: Während die Frauen den erhofften Einzug ins Landespokal-Finale durch eine 28:33-Niederlage gegen den HSV Haldensleben II verpassten, setzten sich am Abend die Oberliga-Männer nach einer Steigerung in der zweiten Halbzeit mit 37:28 gegen die Hornets aus Gotha und Goldbach durch.

Gäste mit Bundesliga-Talenten

„Die Verletzungen von Anja Flödl und Christina Dreesen stören uns mehr als das Pokal-Aus, obwohl wir natürlich gern ins Finale gekommen wären. Unser Gegner war heute den Tick besser und hat verdient gewonnen“, so HCB-Trainerin Doreen Zänker. Sie hatte zum Schluss quasi das letzte Aufgebot auf dem Feld. Nach den langfristigen Ausfällen von Luisa Hofmeister und Anna-Maria Schulz verletzte sich gegen Haldensleben auch Anja Flödl, die letztlich nur noch zu den Siebenmeterwürfen auf die Platte konnte.

Noch schlimmer erwischte es Linksaußen Christina Dreesen, die kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Nach ersten Röntgenaufnahmen konnte zwar ein Bruch ausgeschlossen werden; ein Kreuzbandriss ist aber zu befürchten. Ein MRT soll darüber Aufschluss geben. Ohne diese beiden Leistungsträgerinnen hatten es die Einheimischen freilich schwer gegen die Gäste aus dem Bördekreis, die mit Spielerinnen aus der A-Jugend-Bundesliga angetreten waren.

Für starken Neuling Saison beendet

Nach Ansicht von Doreen Zänker, die in den vergangenen Spielen auf der Bank von Ines Seidler unterstützt wurde, verstrickte sich das HCB-Team von Beginn in Klein-Klein-Situationen und nahm sich unvorbereitete Würfe. Dieses Manko sei zwar während der Auszeiten besprochen, aber nicht komplett abgestellt worden. Da auch die in den vorangegangenen Begegnungen stabile Deckung nicht so harmonisch auftrat, liefen die Burgenländerinnen ständig einem Rückstand hinterher (1:4, 7:9, 10:13 sowie 12:15 zur Pause). Nach dem Ausfall von Flödl und Dreesen mussten die Gastgeberinnen die letzten 29 Minuten ohne weitere Wechselspielerin durchstehen. Das junge und sehr gut ausgebildete Team aus Haldensleben, das selbst nur eine Wechselspielerin auf der Bank hatte, spulte sein Pensum runter und zog durch einfache Kontertore und Würfe aus der zweiten Reihe davon. Nach 50 Minuten stand es 21:27 aus Sicht der Einheimischen. Elisabeth Sorge traf nun mehrfach aus dem Rückraum, so dass die Niederlage in Grenzen gehalten wurde. Für das HCB-Team, das als Aufsteiger in der Sachsen-Anhalt-Liga Platz zwei belegt hatte (wir berichteten), ist die Saison damit beendet.

Schindler trifft zehn Mal

Im Anschluss fanden am Sonnabend auch die HCB-Männer nur schwer ins Spiel. Gegen die GoGo Hornets aus Gotha und Goldbach, erzielte Florian Spitz zwar das 1:0, aber in der Folgezeit übernahmen die Gäste das Kommando. Der amtierende Thüringer Landesmeister lag nun ständig vorn, weil „unsere Deckung so verunsichert agiert habe wie im gesamten Hinspiel“, wie Trainerin Ines Seidler meinte. Damals sei man mit der robusten Gangart der Hornets überhaupt nicht klar gekommen, so dass man knapp verlor.

Dieses Mal jedoch stemmten sich die Burgenländer erfolgreich gegen die Niederlage. Seidler setzte Spitz fast nur noch in der Abwehr ein; der Regisseur machte dort „einen guten Job“. Nun stand nicht nur der aus den Feldspielern gebildete Abwehrblock der Hausherren, sondern auch Thomas Drese wuchs über sich hinaus. Der HCB-Keeper hatte bereits vor der Pause einige Paraden gezeigt, jetzt aber war er von den Thüringern kaum noch zu überwinden. Der 13:15-Rückstand zum Seitenwechsel war bald wettgemacht. Mit einem 3:0-Lauf zum erstmaligen Ausgleich (17:17), später mit vier Toren in Folge zum 28:24 sowie – nach zwei Gegentreffern der GoGos – mit gar sieben Treffern in Serie zum 35:26 sorgten die Gastgeber für klare Verhältnisse. Jan Schindler war mit zehn Toren bester Werfer seines Teams, Ants Benecke überzeugte auch, nachdem er von der Linksaußenposition in den zentralen Rückraum beordert worden war, während Tobias Seyfarth (bevor er mit blutender Nase und einem Cut unter dem Auge ausscheiden musste) und Kenny Dober alle acht Siebenmeter des HCB sicher verwandelten.

Ines Seidler freute sich, „dass nach dieser langen Saison noch so viel Leben in der Mannschaft ist“. In den beiden verbleibenden Partien ist für ihre Schützlinge von Platz vier bis Rang sieben noch alles möglich.