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Zurück auf dem Boden der Tatsachen!

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Naumburg/Marienberg – Die Euphorie in den Reihen der Fans und des Männerteams des HC Burgenland nach den Auftaktsiegen gegen Pirna und in Hermsdorf ist verflogen. Durch die 29:31-Heimniederlage am Sonnabend in der Sporthalle Seminarstraße gegen Aufsteiger Concordia Delitzsch haben die Schützlinge von Ines Seidler die Tabellenführung in der Mitteldeutschen Oberliga abgeben müssen.

„Das war eine enttäuschende Vorstellung unseres Teams und ein verdienter Sieg für Delitzsch“, so die HCB-Trainerin, die schon vor dem Spiel vor dem Neuling gewarnt hatte. „Nicht umsonst hatte Concordia jeweils nur mit einem Tor verloren.“ Zwar hätten die Burgenländer gut gekämpft und alles versucht, um die schlechte Leistung irgendwo abfangen zu können. „Doch wir haben uns zu sehr in Einzelaktionen verrannt, und das ist einfach nicht unser Spielsystem“, meinte Ines Seidler. Man habe zu wenig Laufbereitschaft in Abwehr wie Angriff gezeigt.

Was allerdings die Referees Beyer und Wagner (Könitz) in dieser Partie boten, war einfach grauenhaft. Die HCB-Trainerin umschrieb es so: „Die sind nicht als Paar aufgetreten. Es hätte vollkommen gereicht, wenn einer der beiden angereist wäre.“ Und Seidler fügte hinzu: „Wir und alle anderen Mannschaften müssen uns Jahr für Jahr aufs Neue für diese Oberliga qualifizieren, und die Schiedsrichter müssten dies genauso tun, finde ich.“

Zwei Beispiele für die eigenartige Regelauslegung der Unparteiischen: Mit einem Freiwurf nach Ablauf der regulären Spielzeit in der ersten Halbzeit traf der Delitzscher Lucas Mittag HCB-Spieler Jan Schindler, der davon ausgeknockt wurde, voll ins Gesicht. „Das war glatt Rot, aber auf meinte Nachfrage meinte der Schiedsrichter zu mir: Es ist doch nichts passiert“, erzählte Ines Seidler.

Nicht weniger umstritten die Entscheidung in der 43. Minute, als die Referees Max Weber eine lächerliche Zeitstrafe aufbrummten, und als dieser tief Luft holte gleich noch eine weitere folgen ließen. Es waren Webers zweite und dritte Strafe, die Rote Karte für ihn sowie vier Minuten in Unterzahl für den HCB die Folge.

Nun kann man auf die Schiedsrichter schimpfen, wie man will: An der Niederlage der Burgenländer hätte wohl auch eine gute Leistung der Referees nichts geändert. Allein in der Schlussphase vergaben die Einheimischen, vor allem von den Außenpositionen, sieben hundertprozentige Torchancen. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet der Delitzscher Keeper Franz Flemming, dem dies in der vergangenen Saison im HCB-Trikot selten bis nie gelungen war, wuchs da über sich hinaus. Während auf der Gegenseite der zuletzt überragende Michal Galia kaum eine Hand an den Ball bekam und Philipp Zimmer wenigstens solide hielt.

MÄNNER: HC Burgenland – Concordia Delitzsch 29:31 (13:13). HCB: Michal Galia, Philipp Zimmer; Kenny Dober 9/3, Ants Benecke 5, Jan Schindler 5, Christian Haufe 1, Max Weber 4, Maximilian Fuchs, Benedikt Schmidt 2, Peter Kerkapoly 3; kein Einsatz: Damir Hodo, Tobias Ufer.

Spielfilm: 3:2 (5.), 4:5 (10.), 6:9 (15.), 10:10 (20.), 11:12 (25.), 14:17 (35.), 18:21 (40.), 19:23 (45.), 22:26 (50.), 25:28 (55. Minute) – Siebenmeter: HCB 3/3, Delitzsch 5/4; Zeitstrafen: HCB 7, Delitzsch 4.

 

HCB-Frauen bieten lange Paroli

Eine beachtliche Leistung haben die Oberliga-Frauen des HCB am Sonnabend bei einem der Mitfavoriten auf die Meisterschaft, HSV Marienberg, abgeliefert. „Bis zur 51. Minute konnten wir das Unentschieden halten, aber in der Schlussphase hat sich die Qualität, die die Gastgeber von der Bank bringen konnten, durchgesetzt“, berichtet HCB-Coach Steffen Baumgart. Am Ende hieß es 29:23 für die Erzgebirglerinnen, die freiwillig aus der 3. Liga abgestiegen waren (wir berichteten).

Baumgart hatte dagegen nicht so viele personelle Alternativen – auch, weil ihm mit Carmen Ringler und Carolin Konrad zwei wichtige Spielerinnen fehlten. „Obwohl uns nur zwei Wechsler zur Verfügung standen, hat unser Team den Matchplan lange Zeit super umgesetzt und den Marienbergerinnen Paroli geboten“, so der Trainer der Gäste. Der HCB ging schnell mit 3:0 in Führung und zwang die Einheimischen zu einer frühen Auszeit. Zwei individuelle Fehler der Burgenländerinnen verhinderten, dass diese mit einem Remis in die Pause gehen konnten. So wurde es noch ein Zwei-Tore-Rückstand, den sie aber nach Wiederbeginn egalisierten. Ab der 45. Minute stand Jessica Stiskall bei den Gästen nur noch sporadisch auf dem Feld, weil ihre Schmerzen nach einem Pferdekuss immer stärker wurden. In dieser Phase brachte Marienberg zwei frische Ausländerinnen von der Bank, die dann das Spiel mit entschieden.

Weil es in der Sporthalle in Marienberg hereingeregnet hatte, war lange nicht klar, ob das Spiel überhaupt angepfiffen werden kann. „In der technischen Besprechung haben wir uns dazu bereit erklärt, unter der Voraussetzung, dass wir uns in der trockenen Hälfte erwärmen und dort auch die erste Halbzeit spielen dürfen. Beim Münzwurf vor dem Anpfiff setzten sich dann die Gastgeberinnen durch und wechselten zu unseren Ungunsten die Seiten. So sieht in Marienberg also Fair Play aus“, meinte Steffen Baumgart enttäuscht.

Ihr Debüt im HCB-Team feierte Caroline Rosiak, die bereits in der 3. Liga für den HC Salzland (damals mit ihrer neuen Teamkollegin Marie Knappe) gespielt hat. „Sie ist auf beiden Außenpositionen einsetzbar und hat zuletzt wegen eines Auslandsaufenthaltes ein Jahr keinen Handball gespielt“, berichtet Coach Baumgart.

Frauen: HSV Marienberg – HC Burgenland 29:23 (16:14). HCB: Miriam Ihle, Jessica Altner; Melanie Steinbach, Julia Luther 1, Marie Knappe 1, Jessica Stiskall 3, Lavinia Poterasi 10/4, Charlotte Wojna 2, Caroline Rosiak, Anna-Maria Schulz 6.

Am kommenden Sonnabend, 24. September, 20 Uhr, gastieren die HCB-Männer beim HSV Apolda, und die Burgenländerinnen empfangen am Sonntag, 25. September, 16 Uhr, in Plotha die SG HV Chemnitz.

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/24764266 ©2016