AllgemeinB-Jugend männlichC-Jugend männlichSlider

Kooperation nicht erwünscht!

Veröffentlicht

VON TORSTEN KÜHL

HC Burgenland will mit dem Weißenfelser HV in der A- und B-Jugend per Doppelspielrecht zusammenarbeiten, aber die Schuhstädter lehnen kategorisch ab.

NAUMBURG/WEISSENFELS.

„Wir wollen weder einem anderen Verein die Leute wegnehmen, noch wollen wir irgendwelchen Zwist unter Handballern säen. Im Gegenteil: Wir möchten nur jungen Spielern die Möglichkeit geben, sich höherklassig weiterzuentwickeln beziehungsweise überhaupt eine Mannschaft in ihrer Altersklasse bilden zu können.“ Kevin Lang versteht die Welt nicht mehr. Der Trainer der B-Jugend-Handballer des HC Burgenland kann die Entscheidung des Vorstandes des Weißenfelser HV 91 nicht verstehen, die angebotene Kooperation im Nachwuchsbereich kategorisch abzulehnen.

Dabei habe man von der WHV-Führung noch nicht einmal einen Termin für ein erstes Gespräch bekommen. „Da hätte man alle Details in Ruhe besprechen können. Aber dazu ist es gar nicht erst gekommen“, berichtet Kevin Lang. Die Argumente der Weißenfelser Vorstands-Etage seien fadenscheinig, die Eltern nur vorgeschoben, meint Lang. Bei den verantwortlichen Trainern der WHV-Teams habe er sehr wohl Zustimmung für die Pläne des HCB ausgemacht.

Doch worum genau geht es? Beide Vereine – sowohl der HCB als auch der WHV – haben in einigen Nachwuchs-Altersklassen, vor allem in den oberen, ähnliche Besetzungsprobleme wie zum Beispiel die Fußballer der Saale-Unstrut-Finne-Region. Also strebten die Verantwortlichen des HCB eine Kooperation mit den Weißenfelsern von der A- bis zur C-Jugend im männlichen und weiblichen Bereich an. Nicht zwingend in Form einer Spielgemeinschaft, sondern vorwiegend per Doppelspielrecht. „Davon hätten beide Seiten profitieren können“, sagt HCB-Präsident Uwe Gering. „Zum Beispiel hätten wir dem A-Jugend-Team des WHV Spieler beisteuern können, die nun bei den Männern antreten müssen. Andererseits hätten Weißenfelser Talente die Möglichkeit gehabt, eventuell mit unserer B-Jugend in der Sachsen-Anhalt-Liga zu spielen.“

Niemand, so Gering, wäre abgeworben worden, wie die andere Seite vielleicht befürchtet. „Alle Spieler hätten ihren Status bei ihren Heimatvereinen behalten und wären zu diesen nach der gemeinsamen Saison zurückgekehrt.“

Doch die Weißenfelser bleiben hart. Zum Thema Zeitspielrecht erklärte WHV-Vorsitzender Christian Kunth gegenüber Tageblatt/MZ: „Das betrifft ohnehin nur eine geringe Zahl an Spielerinnen und Spielern. Die Belastung für diese Nachwuchsakteure wäre, so die Meinung der Eltern, mit mehr als 30 Punktspielen pro Saison einfach zu groß. Deshalb hat die Vereinsspitze in Absprache mit den verantwortlichen Trainern der Mannschaften entschieden, dass wir dem nicht zustimmen. Mehr gibt es zu diesem Thema nicht zu sagen.“ Die Enttäuschung beim HCB ist groß. „Das stimmt ja nicht. Die Jungs sollten ja einfach und nicht doppelt spielen. Aber das hätte man ja, wie gesagt, in einem Gespräch alles klären können“, sagte Kevin Lang.

Hoffnung besteht bei den Burgenländern weiter, was das mögliche Startrecht in der Sachsen-Anhalt-Liga der männlichen B-Jugend betrifft. Zwar hatte das Team von Kevin Lang in der Relegation als Dritter seiner Gruppe die Qualifikation verpasst. Aber der HCB hat Einspruch gegen eine Entscheidung des Landesverbandes eingelegt. Dieser hatte nach dem Verzicht der Wittenberger einfach der HG Köthen den frei gewordenen Startplatz im Sachsen-Anhalt-Oberhaus vergeben. Die Köthener waren ebenfalls Dritter ihrer Relegationsgruppe geworden, in der es aber zu Unregelmäßigkeiten kam. „Entweder man veranstaltet mit allen Gruppendritten noch einmal eine Qualifikation um den einen freien Platz, oder man stockt die Sachsen-Anhalt-Liga von derzeit zehn auf zwölf Teams auf. Das wäre freilich die einfachste Lösung“, sagt HCB-Präsident Uwe Gering. Bleibt der Landesverband bei seiner Entscheidung, müssen so große Talente der Burgenländer wie der vorjährige Torschützenkönig der C-Jugend-Sachsen-Anhalt-Liga, Marcus Födisch, oder dessen Teamkollege Tom-Erik Röhrborn, ein Landesauswahlspieler, in der Bezirksliga „versauern“.