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Spielberichte MDOL, 11.03.2017!

Remis fühlt sich wie ein Sieg an

Naumburg – Zwei emotionale Partien der Mitteldeutschen Oberliga am Stück bekamen die Naumburger Handball-Fans am Sonnabend in der Sporthalle Seminarstraße geboten. Allerdings blieben die gastgebenden Teams des HC Burgenland sieglos, wobei sich jedoch das Remis der Männer am Ende ein bisschen wie ein Sieg anfühlte.

Die HCB-Frauen unterlagen zunächst ihrem Angstgegner TSV Niederndodeleben mit 22:25. Vor allem die mangelhafte Chancenverwertung der Gastgeberinnen war für diese Niederlage im Spitzenspiel verantwortlich. Als sich HCB-Torhüterin Miriam Ihle in der zweiten Halbzeit steigerte und beim Stand von 21:24 mehrere Würfe des Gegners parierte, ließen die Burgenländerinnen gleich drei gute Gelegenheiten in Folge, die ihnen den Ausgleich hätten bringen können, ungenutzt.

FRAUEN: Burgenland – TSV Niederndodeleben 22:25 (9:11). HCB: Miriam Ihle, Jessica Plitz; Caroline Rosiak, Jessica Stiskall 5/4, Julia Luther, Carmen Ringler, Theresa Gering, Anna-Maria Schulz 1, Lavinia Poterasi 8, Charlotte Wojna 1, Lena John 1, Carolin Konrad 6.

 

Torjäger Dober sieht Rote Karte

Auch die Burgenland-Männer hatten ein Team zu Gast, das ihnen nicht unbedingt liegt: die „Alligators“ aus Aschersleben. „Das ist eine der besten Mannschaften der Oberliga, mit starken Individualisten und einer variantenreichen, schnellen Offensive“, lobte HCB-Trainerin Ines Seidler den Kontrahenten, dem man zuvor meist unterlegen gewesen war. Dass es diesmal ein Remis (27:27) wurde, wertete Seidler als „Ergebnis, mit dem wir sehr gut leben können“. Tatsächlich lag ihre personell gebeutelte Mannschaft (ohne die verletzten Weber, Haufe und Meyer, dafür mit den Routiniers Tobias Seyfarth und Steffen Baumgart) fast die gesamte Spielzeit zurück.

Zudem musste sie auch noch den Ausfall von Liga-Toptorjäger Kenny Dober verkraften, der in der 38. Minute nach einem Foul an Nicolas Berends die Rote Karte sah. Wie wichtig Dober für sein Team ist, hatte er in der ersten Halbzeit gezeigt, als er sieben der ersten neun HCB-Treffer erzielte und seine Nebenleute immer wieder mitriss.

 

Schiedsrichter fällt aus

So mancher Zuschauer in der Halle sah die Chancen der Gastgeber auf einen Heimsieg nach Dobers vorzeitigem Aus auf ein Minimum schwinden, zumal der HCA anschließend in doppelter Überzahl auf drei Tore davonzog (17:20) und diesen Vorsprung in der Folgezeit clever verwaltete. Allerdings hatten die Burgenländer in Michal Galia erneut einen starken Keeper, der mit seinen Paraden den Tabellenzweiten im Spiel hielt. Und neben dem engagierten Maximilian Fuchs sprang nun vor allem Jan Schindler in die Bresche und übernahm Verantwortung. Mit neun Toren war er am Ende bester Werfer seines Teams. „Was Jan nicht nur vorn, sondern auch in der Abwehr geleistet hat, war Wahnsinn“, meinte Ines Seidler.

Als Fuchs zum 26:26 erfolgreich war und damit überhaupt zum ersten Mal nach dem 9:9 wieder den Gleichstand herstellte, schien sich das Blatt zu wenden. Zumal anschließend Benedikt Schmidt von der Siebenmeterlinie die Chance zum 27:26 hatte. Doch der Rechtsaußen, der keinen guten Tag erwischte, scheiterte am gut haltenden Mantas Gudonis. Jan Schindler war es dann vorbehalten, für den Endstand zu sorgen. Die letzten elf Minuten musste übrigens Referee Christian Göhring vom SV Petkus Wutha-Farnroda (Thüringen) allein über die Runden bringen. Sein Kollege Dirk Neumann, der schon mit Magen-Darm-Problemen in das Spiel gegangen war, schaffte es nicht, zu Ende zu pfeifen und musste mit Kreislaufproblemen passen. Beide Teams einigten sich dann darauf, dass die Partie mit nur einem Schiedsrichter weitergeführt wird und verhinderten so einen Spielabbruch und eine Neuansetzung. Die Akteure beider Kontrahenten machten es Göhring in den verbleibenden elf Minuten relativ leicht, dieses schwierige Unterfangen zu meistern.

MÄNNER: HC Burgenland – HC Aschersleben 27:27 (13:15). HCB: Michal Galia, Philipp Zimmer; Kenny Dober 8/3, Ants Benecke 2, Tobias Seyfarth, Tobias Högl 1, Michel Seime 2, Steffen Baumgart, Jan Schindler 9, Tobias Ufer, Maximilian Fuchs 4, Benedikt Schmidt 1.

Spielfilm: 1:1 (5.), 2:3 (10.), 6:6 (15.), 9:11 (20.), 10:13 (25.), 15:17 (35.), 18:20 (40.), 20:22 (45.), 22:24 (50.), 25:26 (55.) – Siebenmeter: HCB 5/3, HCA 2/2; Zeitstrafen: HCB 3 (+ 1 Rote Karte), HCA 6 (+ 1 Rote Karte).

Am kommenden Sonnabend, 18. März, 18 Uhr, gastieren die HCB-Männer beim TuS Radis. Die Burgenländerinnen spielen erst am Sonnabend, 25. März, wieder um Oberliga-Punkte: ab 19.30 Uhr beim SC Hoyerswerda.

 

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/26183430 ©2017

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Autor: NOE