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Spielberichte MDOL, 08.04.2017

Auf dem Zahnfleisch und mit dem letzten Aufgebot !
Naumburg – Im Saison-Endspurt krauchen so manche Teams der Mitteldeutschen Oberliga auf dem berühmten Zahnfleisch. Auch den Männern des HC Burgenland, zurzeit Tabellenzweiter und auf bestem Wege, endlich eine Medaille in der vierthöchsten deutschen Spielklasse zu holen, geht das nicht anders. Ein gutes Beispiel für den aktuellen Fitness- und Gesundheitszustand des Teams war das Heimspiel am Sonnabend im Naumburger „Euroville“ gegen die HSG Freiberg. Top-Torjäger Kenny Dober saß wegen Achillessehnen- und Oberschenkelproblemen knapp 37 Minuten auf der Bank, zog sich sein Sweatshirt nur aus, um die Siebenmeter zu werfen. Neben Dober war auch der angeschlagene Linkshänder Max Weber zunächst Dauergast auf der HCB-Bank. Kreisläufer Michael Seime ging mit Knieschmerzen ins Spiel, musste aber durchhalten, weil sein Kompagnon auf dieser Position, Christian Haufe, wegen eines Fingerbruchs bis Saisonende ausfällt.
Unter diesen Vorzeichen war der Verlauf der ersten Halbzeit, in der die Freiberger ab dem 10:11 ständig führten, wenig verwunderlich. Ein weiterer Rückschlag für die Burgenländer war die Rote Karte für Weber (23.), der kaum fünf Minuten auf dem Spielfeld gestanden hatte. Die Schwierigkeiten im Deckungszentrum wurden dadurch nicht kleiner. Zur Pause lagen die Gäste mit zwei Treffern vorn (siehe „Statistik“); nach dem Seitenwechsel betrug der Vorsprung der Sachsen phasenweise vier Tore. Der HCB kämpfte, kam heran, vor allem, weil Dober von der Strafwurflinie die Nerven behielt und extrem treffsicher war. Aber die Gastgeber gingen nie in Führung, weil sie einfach zu viele hundertprozentige Torchancen liegen ließen. „Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich nach diesem Spiel anbringen muss. Vom Kämpferischen her muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen“, sagte Trainerin Ines Seidler. Am Ende hätten ihre Schützlinge fast noch gewonnen. Nachdem Stephan Meyer 30 Sekunden vor Schluss zum umjubelten 31:31 ausgeglichen hatte, parierte Michal Galia den nächsten Wurf der Freiberger. Drei Sekunden waren noch „auf der Uhr“, da schnappte sich Maximilian Fuchs den Ball und katapultierte diesen aus etwa 15 Metern und aus dem Stand auf das Gästetor, doch der polnische HSG-Keeper Damian Kowalczyk lenkte die Kugel gerade noch so an die Querlatte.
„Ich kann mit dem Punkt leben. Im Kampf um die Medaille ist dadurch nicht viel passiert. Nun müssen wir über Ostern unsere Wunden heilen, denn es warten noch vier schwere Spiele“, so Ines Seidler, deren Team den zweiten Platz gefestigt hat.

F-MDOL: HC Burgenland vs. HSV Magdeburg
Noch größere Personalprobleme als die Männer hatten die Frauen des HCB in ihrem Oberliga-Heimspiel gegen Schlusslicht HSV Magdeburg. Trainer Steffen Baumgart musste auf Marie Knappe, Jessica Stiskall, Melanie Steinbach, Charlotte Wojna, Carolin Konrad und Jessica Plitz verzichten. Mit dem letzten Aufgebot reichte es für die Gastgeberinnen zu einem knappen 22:21-Sieg gegen das noch punktlose Team aus der Elbestadt. „Wir führen 13:6, werfen dann aber die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit kein Tor mehr“, berichtet Mannschaftsleiter Danny Nas. Magdeburg drehte das Spiel – vor allem, weil das HCB-Team die nötige Abwehrhärte habe vermissen lassen. Erst als diese langsam wieder zurückkam, konnten die Gastgeberinnen die beiden Punkte noch glücklich retten.
MÄNNER: HC Burgenland – HSG Freiberg 31:31 (15:17). HCB: Michal Galia, Philipp Zimmer; Kenny Dober 13/9, Ants Benecke 2, Tobias Högl, Michael Seime 2, Jan Schindler 3, Stephan Meyer 3, Max Weber, Tobias Ufer 1, Maximilian Fuchs 2, Benedikt Schmidt 5.
Zeitstrafen: HCB 3 + 1 x Rot für Max Weber (23. Minute), Freiberg 4; Siebenmeter: HCB: 10/9, Freiberg 3/2.

FRAUEN: HC Burgenland – HSV Magdeburg 22:21 (13:10). HCB: Miriam Ihle; Caroline Rosiak 3, Julia Luther, Theresa Gering 2, Carmen Ringler 6, Anna-Maria Schulz 2, Lavinia Poterasi 7, Lena John 1, Josephin Knapps 1, Lisa Girimhanov.
Am Sonnabend, 22. April, ab 18 Uhr bestreiten die HCB-Männer ihr nächstes Punktspiel bei Rot-Weiß Staßfurt. Die Frauen des HCB treten am Sonntag, 23. April, 15 Uhr, beim Thüringer HC II an.

– Quelle: http://www.naumburger-tageblatt.de/26687784 ©2017

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Autor: NOE