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HC Burgenland erkämpft Punkt in hitziger Atmosphäre von Köthen

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17. Feb. 2026

[16. Spieltag] HG 85 Köthen vs. HC Burgenland 28:28 (16:16)

Der HC Burgenland sicherte sich am Freitagabend im Nachholspiel der Regionalliga Männer einen hart erkämpften Auswärtspunkt bei der HG 85 Köthen. In einer intensiven und phasenweise emotional geführten Partie trennten sich beide Teams 28:28 (16:16). Es war ein Spiel mit deutlichen Schwankungen – und ein Zähler, der sich am Ende weder klar als Gewinn noch als Verlust einordnen lässt.

Dominanter Auftakt – dann der Bruch im Spiel

Der HCB erwischte einen hervorragenden Start. Mit mutigem 7-gegen-6-Spiel und hoher Passqualität im Positionsangriff setzte die Mannschaft früh Akzente und erspielte sich eine deutliche Führung (zwischenzeitlich 7:2). Die Abläufe griffen, Almir Osmanhodzic übernahm Verantwortung, und auch das Tempospiel funktionierte.

Doch einfache Ballverluste im Angriff sowie zwei Wechselfehler brachten die Gastgeber zurück ins Spiel. Köthen nutzte diese Phase konsequent, verkürzte Tor um Tor und drehte zwischenzeitlich die Partie. Zur Halbzeit stand ein 16:16 auf der Anzeigetafel – die starke Anfangsphase war damit egalisiert.

Zweite Halbzeit: Stabilität, Moral – aber fehlende Cleverness

Auch nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der HC Burgenland strukturiert und stabil. Die Abwehr arbeitete kompakt, Torhüter Lion Schmidt zeigte mehrere wichtige Paraden in Drucksituationen. Zwischen der 31. und 45. Minute kontrollierten die Burgenländer das Spielgeschehen und führten zeitweise mit mehreren Treffern.

Im Angriff überzeugte vor allem Almir Osmanhodzic, der mit zehn Treffern – darunter fünf sicher verwandelte Siebenmeter – als Toptorschütze herausragte.

Ein starkes Debüt feierte zudem Moritz Zänker, der sich mit zwei Treffern in die Torschützenliste eintrug und wichtige Impulse setzte.

In der Schlussphase fehlte jedoch in entscheidenden Momenten die letzte Abgeklärtheit. Technische Fehler, Unterzahlsituationen (insgesamt sieben Zeitstrafen gegen den HCB) sowie überhastete Abschlüsse verhinderten den möglichen Auswärtssieg. Köthen glich in der Schlussminute per Siebenmeter zum 28:28 aus.

Schwere Verletzung überschattet die Partie

Überschattet wurde die Begegnung von der schweren Verletzung von Justin Lee Milkow, der noch am Abend ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ihm droht eine längere Ausfallzeit.

In diesem Zusammenhang kam es in der Schlussphase zu einer Roten Karte gegen Vuk Cetnik. Die Partie blieb bis zum Abpfiff emotional aufgeladen, was sich auch in den Diskussionen nach dem Spiel – unter anderem zwischen Köthens Trainer Lux, Teilen des Publikums und HCB-Coach Fabian Kunze – widerspiegelte.

Fabian Kunze ordnete die Partie sachlich ein:

„Ich bin nach dem Spiel nicht unzufrieden. Wir haben vieles vom Matchplan gut umgesetzt, und sowohl die Emotionalität als auch der Kampf haben gestimmt. Für den Sieg hat uns in entscheidenden Phasen die Cleverness gefehlt – da machen wir noch zu naive Fehler, was in unserer Entwicklung aber normal ist. Dennoch überwiegt der Stolz auf dieses junge Team. Und vielen Dank an unsere mitgereisten Fans für die lautstarke Unterstützung!“

Fazit

Der HC Burgenland zeigte über weite Strecken eine reife und engagierte Leistung in fremder Halle. Die Mannschaft bewies Moral, setzte den Matchplan phasenweise konsequent um und präsentierte sich defensiv stabil.

Am Ende bleibt ein Punkt – einer, der angesichts des Spielverlaufs sowohl als verpasster Sieg als auch als verdienter Lohn für Einsatz und Kampf gewertet werden kann.

Text: Michael Lorenz

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